Mittwoch, 28. Oktober 2015

"Früher war alles besser!"



„Früher war alles besser!“

Wer kennt ihn nicht den Spruch „früher war alles besser“?!? Höchstwahrscheinlich hat jeder schonmal seine Eltern, Großeltern oder sonstwen dieses Sprichwort sagen hören aber was genau meinen sie eigentlich?
Oft hört man: weniger Gewalt, mehr Engagement, "Pflichtbewusstsein", statt "Immer nur Spaß haben wollen", außerdem waren die Brötchen günstiger, das Fleisch wurde beim Metzger gekauft, der Pullover hielt über zwei Generationen und überhaupt war alles besser! Mich persönlich interessiert besonders der letzte Punkt.
 Das Gefühl, dass Kleidung, Elektronik und Luxusgüter eine immer kürzer werdende Lebensdauer haben! Meine neue tolle Levis Hose sieht nach einem halben Jahr aus, als hätte ich damit Schwerstarbeit verrichtet, mein neuer schöner Pulli läuft beim ersten Mal waschen, trotz 30 Grad, ein und verliert völlig die Form! Mit solchen Kleinigkeiten fängt es an aber hört es damit auf?
Nein, die Glühbirne beim Auto muss gewechselt werden aber glaube nicht, dass man das selber tun kann, man muss nämlich den kompletten Motor ausbauen und somit wieder einmal die Werkstatt besuchen. Logischerweise gibt es durch die ganze verbaute Elektronik viele Vorteile aber was kann man denn noch erkennen, wenn man die Motorhaube öffnet?! Leider nicht viel, hier ein bisschen Plastik, da eine Abdeckung aber die Zeit des selber Bastelns scheint vorbei zu sein!
Wer nach Werbebotschaften sucht, denkt vielleicht an jene für den VW Käfer. Mit dem Slogan "Er läuft und läuft und läuft..." warb Volkswagen nach dem Krieg für das Lieblings-Auto der Deutschen, Man hatte das Gefühl, der Käfer könne ohne größere Wartungsarbeiten quer durch die ganze Welt fahren. Ein anderes Beispiel ist die als hundertjährige Licht bekannte und am längsten brennende Glühlampe der kalifornischen Kleinstadt Livermore (seit Juni 1901). Die muss nur noch ein paar Monate leuchten, dann hätte sie eine Million Betriebsstunden hinter sich. 114 Jahre - in dieser Zeit verbrauchen manche Konsumenten und deren Nachfahren heute mehr als 50 Smartphones, kaufen 20 Mal einen Flachbildschirm, möglicherweise genauso viele Autos und zehn WaschmaschinenEine noch laufende Studie des Bundesumweltamtes über die „Erstnutzungsdauer“ von Elektronikprodukten legt die These nahe, dass die von Firmen geplanten Produktlebenszeiten immer kürzer werden aber es hat bislang noch keinen Beleg dafür ergeben, dass die Elektronik-Industrie schlechtere Geräte baut als früher, was auch schwer zu beweisen wäre! Nicht vergessen darf man die gesellschaftliche Tendenz immer das neuste Mobiltelefon oder den neuesten Fernseher haben zu wollen und trotz alledem tun die Hersteller das Ihre dazu, wenn sie wie Apple im iPhone Akkus einbauen, die sie nur selbst tauschen können, wenn die Kosten für eine Reparatur so hoch sind, dass eine Neuanschaffung die ökonomisch günstigere Variante für den Verbraucher ist, und wenn wie bei manchen Druckern Patronenfüllstände angezeigt werden, die überhaupt nicht stimmen. So etwas nennt man "geplante Obsoleszenz" und führt dazu, dass sich in der Hinsicht vermuten lässt „Früher war alles besser“!