Dienstag, 2. Dezember 2014

Weihnachten - Das Fest der Geschenke; stationär und/oder online?



Der letzte Blog ging über das Thema MArketing-Mix. Gerade in der jetzigen Zeit zieht der Handel alle Register. Es ist die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Im Bereich Spielwaren werden z.b. 70 % des Jahresumsatzes in den Wochen vor Weihnachten getätigt.

Daher finden wir, es lohnt sich, sich etwas mit dem Thema "Stationär versus Online-Einkäufe" als Verbraucher auseinander zu setzen.

Zur Einstimmung zwei Zeitungs- Texte aus der Tagespresse zu diesem Thema.

 

Verbraucherlaune verbessert sich pünktlich zu Weihnachten





 
Die Neigung zu größeren Anschaffungen ist gestiegen, sagen die Konsumforscher. Foto: Daniel Bockwoldt

Frankfurt/Main –  
Deutschlands Verbraucher kommen pünktlich zu Weihnachten in Konsumlaune. 285 Euro wollen sie durchschnittlich für Geschenke ausgeben. Das sind zwar drei Euro weniger als im Vorjahr, wie die Marktforscher der Nürnberger GfK in Frankfurt erklärten.
Dennoch könne sich der Handel auf ein Weihnachtsgeschäft mindestens auf Vorjahresniveau freuen, sagte GfK-Experte Wolfgang Adlwarth: «Auch 2014 wird es wieder volle Einkaufswagen zur Weihnachtszeit geben.»
Der Handel darf nach GfK-Berechnungen mit rund 15 Milliarden Euro Umsatz im Geschäft mit Weihnachtsgeschenken rechnen - das wären 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahlen basieren auf einer Umfrage unter 4376 Verbrauchern im Alter von 14 bis 75 Jahren.
Beschäftigungsrekord, Arbeitslosenzahlen auf Drei-Jahres-Tief, Flucht in den Konsum angesichts weltweiter Krisen - angesichts dieser Gemengelage hätten die Zahlen durchaus positiver ausfallen können. Adlwarth erklärte, bei Erhebung der Daten Ende Oktober/Anfang November 2014 sei die allgemeine Nachrichtenlage düsterer gewesen.
Inzwischen stieg die Neigung der Verbraucher zu größeren Anschaffungen wieder, wie der jüngste GfK-Konsumklimaindex zeigt. Auch die Erwartungen bezüglich des künftigen Einkommens entwickelten sich positiv. Die Konjunkturaussichten bewerteten die Verbraucher allerdings wieder etwas skeptischer. Dennoch erwarten die GfK-Forscher beim übergreifenden Konsumklimaindex für Dezember zum Vormonat ein Plus von 0,2 Zählern auf 8,7 Punkte.
Zum Fest wollen der GfK-Weihnachtsumfrage zufolge neun von zehn Deutschen (91 Prozent) etwas verschenken, am häufigsten greifen sie zu Büchern, Spielwaren und Parfüm. Inzwischen bestellt jeder zweite (51 Prozent) mindestens ein Geschenk per Internet. «Der Online-Handel wird noch stärker vom Weihnachtsgeschäft profitieren als der stationäre Handel», sagte Adlwarth.
Die Postbank erwartet im Online-Handel für November und Dezember Umsätze in Höhe von rund zehn Milliarden Euro. Das entspreche gut einem Viertel des gesamten Jahresumsatzes im Online-Geschäft. Auch die Parfümerie- und Buchhandelskette Douglas, die insgesamt optimistisch ins Weihnachtsgeschäft geht, betont die wachsende Bedeutung von E-Commerce: Firmenchef Henning Kreke sagte, im Geschäftsjahr 2013/2014 (30.9.) seien die Erlöse in diesem Bereich stark gestiegen und machten inzwischen rund ein Zehntel des gesamten Geschäfts der Gruppe aus.
«Die Stimmung der Verbraucher lässt auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen», kommentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. «Das dürfte gerade auch viele Mittelständler zum Jahresende ein wenig aufatmen lassen.» Allerdings brauche es für 2015 «noch einiges Mehr an begründeter Zuversicht, um die Durststrecke bei den Investitionen zu beenden», erklärte Zeuner.
GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl zeige sich zuversichtlich für 2015: «Im Inland stehen die Zeichen auf Grün für eine gute Konsumkonjunktur. Die Risiken liegen im Ausland.» (dpa)

Berliner Zeitung, 27.11.2014


Weihnachtsgeschäft          Händler vor Ort stechen Onlinehandel aus

24.11.2014, 11:18 Uhr

Stadtbummel mit Weihnachtsmarkt und Glühwein oder ein schneller Online-Kauf: Weihnachtsgeschenke kaufen die meisten Deutschen in Einkaufszentren und Warenhäusern. Die Wachstumsraten im Online-Handel ließen zuletzt nach.
Lichterketten und Weihnachtsschmuck: Die meisten Deutschen kaufen ihre Geschenke lieber in Warenhäusern und Einkaufszentren. Quelle: dpa

Stuttgart/Berlin
Vollbepackt mit Tüten durch die überfüllte Innenstadt hetzen – oder einfach bequem vom Sofa aus online bestellen und die Geschenke an der Haustür entgegen nehmen? Die meisten Deutschen ziehen Umfragen zufolge den Stadtbummel zwischen Lichterketten und Glühweinduft dem schnellen Klick am heimischen Computer vor.
In einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte gaben zwar zwei Drittel an, das Internet zur Geschenksuche und zum Preisvergleich zu nutzen. 46 Prozent kaufen aber dann auch online, die Mehrheit ziehe den stationären Handel vor. Auch eine Umfrage der Hochschule für Ökonomie & Management kommt zu dem Ergebnis: Einkaufszentrum, Fachgeschäft oder Warenhaus werden der Bestellung über das Internet vorgezogen.
Beim Stuttgarter Spielwarenhändler Kurtz setzt man genau auf diese Karte. „Bei uns kommt der Kunde zum Kaufen ins Geschäft“, sagt Geschäftsführerin Edith Winter. Zwar hat der Händler in der Stuttgarter Innenstadt einen Online-Auftritt inklusive Shop. Bei Spielwaren gehe es aber um die Haptik, das Anfassen und Fühlen. Der Anteil, der online verkauft werde, sei eher gering.
Gleichzeitig ließen die Wachstumsraten im Online-Handel zuletzt nach. Der Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (BEVH) dämpfte Ende Oktober seine Prognose. Floppt also das Weihnachtsgeschäft im Netz? Traut man den Prognosen des Einzelhandelsverbands (HDE), lautet die Antwort ganz klar „Nein“: Ein Plus von 18 Prozent sehen die befragten für das Jahresendgeschäft im November und Dezember.
Auch eine Sprecherin des BEVH sagt: „Wir erwarten auch für dieses Jahr wieder starke Impulse für das Jahr und überdurchschnittliche Umsätze.“ Eine genaue Prognose will der Verband Anfang Dezember herausgeben.
Nach Einschätzung von Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung in Köln ist dafür nicht nur die Entwicklung bei den traditionell starken Online-Händlern wie Amazon oder Zalando verantwortlich. Die stationären Händler werben mehr und mehr mit auch online um ihre Kunden.
Im Vaihinger Buchladen in einem Hinterhof am Stadtrand von Stuttgart setzt man seit sechs Jahren auf einen Online-Shop, der direkt mit dem Warenwirtschaftssystem verbunden ist. Ausgeliefert werde zwar nur innerhalb des Stadtteils, mehr könnte man sich nicht leisten, sagt Inhaberin Karin Bilsing. Der Verkauf im Laden und online, sagt sie, steige vor Weihnachten in etwa gleich.
Nach Einschätzung von Experten ist das die richtige Strategie: „Die Kunden kaufen immer flexibler ein; die Grenzen zwischen on- und offline verschmelzen“, sagt Lars Hofacker vom EHI Retail Institute in Köln. „Erfolg hat, wer beide Welten verbindet.“
Die Kunden strafen die Händler immer schneller und heftiger ab. Schuld daran sind ständig auftauchende neue Anbieter. Nur Geschäfte, die sich spezialisieren, haben eine Chance auf dem umkämpften Markt.
Das Problem bei vielen Händlern ist aber, dass man sie schon überhaupt nicht online findet, so ein Sprecher des Handelsverbands. Lediglich ein Drittel der stationären Händler hätten schon ein Online-Standbein. Inzwischen gehen sogar Online-Händler offline. Amazon will Berichten zufolge ein Laden in New York eröffnen. Der Technik-Händler „Notebooksbilliger.de“ hat genau wie Konkurrent „Cyberport“ Filialen in mehreren Städten.
„Am Ende entscheidet der Kunde nach dem besten Service“, sagt Thomas Harms, Handels-Experte bei Ernst & Young. Der langfristige Trend zum Online-Handel werde sich aber wohl fortsetzen, ist er überzeugt. Das zeigt auch die Prognose des Einzelhandelsverbands: Während im Online-Geschäft ein Plus von 18 Prozent im Geschäft vor Weihnachten erwartet wird, rechnet man im gesamten Handel nur mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent.
Ob die Gesamtausgaben zu Weihnachten in diesem Jahr steigen oder Konjunktursorgen und internationale Krisen auf die Kauflust drücken – die Prognosen hierzu sind in diesem Jahr uneinheitlich. Der HDE hat in einer Umfrage unter rund 38.000 Verbrauchern herausgefunden, dass sie im Schnitt 447 Euro fürs Fest ausgeben wollen – so viel wie nie.
Andere Umfragen gehen eher von zurückhaltenden Käufern aus. Deloitte rechnet damit, dass die Deutschen in diesem Jahr im Schnitt 266 Euro für Geschenke ausgeben wollen, gut zwei Prozent weniger im Vorjahr. Bei einer Umfrage von Ernst & Young unter Geschenkkäufern ergab, dass sie im Schnitt 219 Euro ausgegeben, gut 20 Prozent weniger als 2013.
„In der Tendenz lagen die Umfragen in den vergangenen Jahren immer richtig“, sagt Ernst-&-Young-Handelsexperte Harms. Beim HDE hingegen verweist man an die höhere Zahl von Interviews, um die Abweichungen zu erklären. Wie das Geschäft tatsächlich ausfallen wird, wird sich wohl erst mit den Einzelhandelsumsätzen im kommenden Jahr zeigen.

Stadtbummel oder online shoppen?
Unterschiedliche Sichtweisen:


Für mich ganz klar: Stadtbummel ja, um mich zu informieren, gekauft wird da, wo es am günstigsten ist: online. Außerdem wird mir dann schön alles nach Hause geliefert, ich habe in Ruhe Zeit, mir die gekauften Sachen anzuschauen und auszuprobieren. Meistens bestelle ich mir die Sachen dann auch in verschiedenen Variationen, so kann ich die Produkte auch gut miteinander vergleichen. Das kann ich im Laden nicht immer, weil es da nicht so eine große Auswahl gibt. Wird meine Online-Bestellung dann geliefert, kann ich problemlos das wieder zurückschicken, was mir davon nicht gefällt. Online shoppen hat für mich auch ganz klar einen zeitlichen Vorteil: der Warenkorb kennt keine Schließzeiten. Und ich kann von unterwegs bestellen, ohne jeden einzelnen Laden aufsuchen zu müssen. Online kaufe ich auch viel konzentrierter und lasse mich kaum zu Spontankäufen hinreißen. Das schont den Geldbeutel. Den Einzelhandel brauche ich trotzdem, zum einen, weil ich mich dann direkt beraten lassen kann, aber auch, um mich inspirieren zu lassen. Vielleicht finde ich ja etwas interessantes, wo ich bislang noch gar nicht wusste, dass ich es brauche? Oder entdecke Dinge, die mir gut gefallen für meine Familie zu Weihnachten, wenn mir mal wieder die Ideen ausgegangen sind? Die Zahlen der Umfrage beziehen sich bestimmt bloß auf die letzten Einkäufe kurz vor Heiligabend, denn dann kann es wirklich mal zu spät mit einer Lieferung sein. Wer aber rechtzeitig anfängt, shoppt besser im Internet. Wirtschaftlich betrachtet hat das für mich als Konsumenten ja auch ganz klar den Vorteil: aus einer Angebotsvielfalt kann ich das optimale für mich heraussuchen. Getreu den ökonomischen Prinzipien Maximum und Minimum.

Oder:

Ich gehe damit anders um.
Mir ist die Vorabinfo im Netz ganz recht, kaufen mache ich lieber im stationären Handel.
Für mich ist es zu aufwendig, stets zuhause zu sein, wenn die Lieferung kommt, oder zur Post laufen zu müssen.
Außerdem muß ich genau wissen was ich brauche und suche, mache ich aber nicht immer. Wenn ich mich im Handel beraten lasse, nehme ich den Artikel auch gleich mit. Denn warum soll ich nochmals Zeit in den Einkauf investieren? Zeit ist für mich Geld.
Außerdem soll der Einsatz der Verkäuferin auch Früchte tragen, denn sonst ist sie womöglich nicht mehr da und wen kann ich dann fragen?
Ebenso finde ich es sehr schön, z.B. mal mit einer lieben Freundin einfach zu bummeln, ein Erlebnis.
Mittlerweile nutzt der Handel auch seine Veranstaltungsmöglichkeiten immer mehr. Daher kann ich oftmals einen guten Vortrag z.B. in einem Buchladen, einen tollen Koch-Event in einem Küchenstudio, einer Modenschau im Bekleidungsladen,… erleben, und das meist kostenfrei für mich.
.. und das im stationären Handel die Ware teuer ist stimmt so nicht.
Außerdem will ich z.B. meine Persönlichkeit einem Unternehmen wie Amazon nicht zur Verfügung stellen. Ein anonymes Objekt hat kein Recht auf meine Persönlichkeit.

Also ihr seht, eine sehr kontroverse Diskussion, bereits unter uns beiden.

Was denkt ihr?




Freitag, 28. November 2014

Kauf mich! – Auch wenn ich unnütz bin

Kauf mich! – Auch wenn ich unnütz bin
Der Einfluss von Werbung auf unser Konsumverhalten

von Christian Weiß & Phil Dang-Nguyen
"Der Kunde ist blind" - TAZ


Wer kennt sie nicht – die typischen Werbesprüche bzw. Slogans aus der Werbung. Hier einige Beispiele: „Einmal hin, alles drin“, „Die Bank an Ihrer Seite“, „Die wahrscheinlich längste Praline der Welt“, „Dafür stehe ich mit meinem Namen“, „There is no better way to fly“, „Wir lieben Lebensmittel“ oder „Wir lieben es“. Noch mehr Slogans bzw. Werbesprüche aufzuführen, würde den Rahmen des Blogs sprengen und es wird vielleicht auch langweilig. Wie unschwer zu erkennen ist, die Werbesprüche kennen wir und können denen auch eine Firmer zuordnen. Das gleiche würde auch funktionieren, wenn nur Umrisse von Logos gezeigt werden würden. Werbung führt dazu, dass wir als Verbraucher ständig Produkte kaufen, die sich letztendlich als unnütz und überflüssig entpuppen. Doch woran liegt das?

Angeblich sollte Werbung schon vor 4000 Jahren existiert haben, jedoch ist Werbung von damals nicht mit unserer heutigen vergleichbar. Der Startschuss von unserer bekannten Werbung begann im 17. Jahrhundert. Diese erschienen in Tageszeitungen, wobei die „Branche“ noch als ein Monopol bestand, da es ausschließlich ein Privileg Königs Friedrich Wilhelm I. war.

Erst im 19. Jahrhundert wurde Werbung wieder öffentlich freigegeben – um genauer zu sein 1850. Bereits 1870 richtete sich Werbung schon an bestimmte soziale Schichten. Dreißig Jahre später herrschte ein regelrechter Boom der Werbe-„Industrie“. Neben immer größeren und umfangreicheren Anzeigetafeln und –texte nahm die auditive Werbung deutlich mit der Entwicklung von Radio und Funkgeräten stark zu. Dazu kam eine neue Berufsbezeichnung, nämlich der eines Werbeschreibers.

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Werbung, so wie viele andere Medienformen, zu Propagandazwecken durch das Nazi-Regime missbraucht.  Die Werbung konnte sich erst einige Jahre nach Kriegsende wieder regenerieren.

In den 50er- und 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts erlebte die Werbung einen zweiten Wirtschaftsschwung. Hier greift sie auf das vom 1870 angefangene Prinzip, gesellschaftliche Schichten anzusprechen, nochmals zurück und entwickelte dieses weiter. Es kommt sogar dazu, dass Werbung bestimmte Gesellschaftsbilder formte. So wurde zum Beispiel viel Wert auf die für damals typische Rollenverteilung von Mann und Frau gelegt. Durch die Entwicklung von Fernsehapparaten gewann die Werbung zusätzlich ein sehr wichtiges Verbreitungsmedium hinzu.

Werbung trägt einen erheblichen Beitrag zur Kaufentscheidung bei.
Ursprüngliche diente Werbung zur reinen Produktinformation. Heute spricht sie jedoch sehr die Emotionen der Menschen an. Sie weckt Bedürfnisse und führt letztendlich  zur Kaufentscheidung. Ferner dient Werbung auch zur Kommunikation und sogar zur Unterhaltung. Werbung begegnet uns überall. Egal, ob in Form von Plakaten, an Bushaltestellen, große Werbebanner an Fassaden von Einkaufzentren, im Radio, im Fernsehen oder im Internet wie zum Beispiel sogar bei Facebook oder Twitter. Aber auch die Personen, mit denen wir täglich unsere Zeit verbringen, können Werbende sein. Nämlich dann, wenn diese ihre gekauften Produkte weiterempfehlen. Könnte dies schon die Antwort auf die Frage sein, warum wir so gut Werbung kennen? Ist es die ständige, zum Teil schon aufdringliche Art mit ihr konfrontiert zu werden, die uns dazu bringt, dass wir uns Werbung merken „müssen“?

Wie schon erwähnt, spricht heutige Werbung immer zunehmend die Emotionen der Menschen an. Mit bestimmten Produkten werden Gefühle (z.B. Freude, Liebe, Trauer, Geborgenheit) dargestellt, die angeblich bei den Verbrauchern hervorgerufen werden sollen, wenn sie sich für jenes Produkt entscheiden. So werden zur Visualisierung für die Freude ständig wechselnde bunte, grelle Farben, lachende, tanzende Menschen und fröhliche Musik verwendet. Es ergibt sich die Frage, ob ein Produkt, welches solch ein Bild wirbt, auch wirklich diese Emotion hervorruft – erlebt man wirklich Freude, wenn man ein mit Koffein angereichertes Süßgetränk zu sich nimmt oder sind es lediglich die in Frage zu stellenden Inhaltsstoffe (in diesem Fall Zucker und Koffein), die diese Art von Energiezufuhr bekleidet?

Es gibt unzählige Werbestrategien. Diese einzeln näher zu betrachten, würde jedoch den Rahmen sprengen. Ich möchte dennoch auf das Grundprinzip jeder wirtschaftlichen Werbung eingehen, die da die AIDA-Formel ist. Diese Formel beinhaltet folgendes:

  • Attention: Die Aufmerksamkeit der Zielperson soll geweckt werden. Diese soll die Wahrnehmung    komplett auf das Produkt lenken mit der Absicht sich von anderen Produkten positiv hervorzuheben.
  • Interest: Das Interesse der Zielperson soll geweckt werden. Sie soll sich weiter mit dem Produkt    beschäftigen und beurteilen.
  • Desire: Es soll der Wunsch der Zielperson geweckt werden, dieses Produkt auszuprobieren.
  • Action: Die Zielperson soll handeln und somit das Produkt kaufen.

Neben anderen Zielgruppen (z.B. Männer, Frauen, Rentner, Personen bestimmter Lebensstile oder einer bestimmen Gesellschaftsschicht); der Jugendliche spielt eine sehr große Rolle als Zielgruppe und ist mit unter der wichtigste Marktfaktor. Er beeinflusst nicht nur Gleichaltrige, sondern greift auch auf das Kaufverhalten seiner Eltern bzw. allgemein der Erwachsenen ein. Die Taktik Jugendliche anzusprechen, entpuppt sich als recht hinterlistig, denn diese sollen schon in jungen Jahren am Markt generell und an bestimmte Marken gebunden werden. Wer sich als junger Mensch für eine Marke entscheidet, bleibt üblicherweise bei dieser Marke.

Um auf die gestellten Fragen zurückzukommen. Ich behaupte, dass Werbung bewusst etwas Unrealistisches vortäuscht. Dadurch entwickeln die Verbraucher jedoch ein Streben nach etwas Besonderem. Entspricht ein Produkt schließlich nicht den Erwartungen, so wählt er eine Alternative, die ebenfalls in der Werbung erscheint. So bewegt er sich in einem ständigen Kreislauf der AIDA-Formel. Dabei entsteht die Frage, ob Werbung überhaupt noch etwas zur Markttransparenz beiträgt. Einerseits stimme ich dem zu; Werbung präsentiert und informiert über das Produkt. Ob die potenziellen Verbraucher sich letztendlich für dieses Produkt entscheiden, ist immer noch ihnen überlassen. Anderseits muss ich jedoch widersprechen, denn Werbung täuscht und beeinflusst aktiv und passiv die Kaufentscheidung der Menschen, da nicht alle Informationen richtig dargestellt werden oder sogar komplett fehlen.

Werbung ist eng mit dem Marketing eine Wissenschaft für sich, die sehr komplex ist und unumgänglich mit anderen Wissenschaften (wie Soziologie und Psychologie) zusammenarbeitet. Dennoch ist es sinnvoll sich als Verbraucher sich damit zu befassen, was für Auswirkungen Werbung bringen kann, um sich selbst finanziell und auch gesundheitlich zu schützen.  Viele Produkte, speziell Elektrogeräte, werden nach dem Kauf und spätestens nach dem fünften Gebrauch in der hintersten Ecke in der Garage deponiert. Oder viele Lebensmittel, die eine besondere Qualität vortäuschen, haben einen viel höheren Preis. Der vom Staat und Lebensmittelindustrie unabhängiger Verein "Foodwatch" hat es sich zu Aufgabe gemacht Werbe- und Verbraucherlügen aufzudecken, speziell die Lebensmittel betreffend. Es ist schon sehr erschreckend, was die deutschen und europäischen Gesetze zulassen. Mehr Infos dazu hier.

Fachwissen zum Thema Marketing-Mix, zur Unterrichtsstunde am 16.01.2014

Janine Janßen & Denise Füßlein

Allgemein:
Der Marketing – Mix umfasst die Marketing Instrumente Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik, Kommunikationspolitik oft auch die „4 P’s“ genannt (Product, Price, Place, Promotion). Er ist das Kernziel des operativen Marketings.

Instrumente:

Produktpolitik:
Sie wird oft als „Herzstück“ bezeichnet,  und umfasst alle Entscheidungen und Maßnahmen, die das Leistungsangebot betreffen . Die Hauptaufgaben bestehen darin neue Produkte zu entwickeln, sowie die ständige Verbesserung bereits eingeführter Produkte, sowie das festlegen von Garantien und Kundenleistungen.

Beispiele:
è Neue Verpackungen von einer Tafel Milka Schokolade
è Neues Smartphone
è Verlängerte Garantie bei neugekauftem Auto von Kia

Preispolitik:
Die Preispolitik umfasst alle Entscheidungen zur Bestimmung und Durchsetzung von Preisen in einem Unternehmen für Sach- und Dienstleistungen. Darunter zählen die Bestimmung des optimalen Angebotspreises für neue Produkte, die Änderung des Preises für bestehende Produkte, Gestaltung von Rabatten, Zahlungsbedingungen und Finanzierungsangeboten. Bei der Bestimmung des Preises sind drei Dinge zu beachten:
-         Der Preis muss auf Dauer die Selbstkosten übersteigen
-         Das Konkurrenzverhalten am Markt muss beobachtet werden
-         Orientierung an der Preisbereitschaft der Kunden

Beispiele:
è Preisnachlass von 20 % auf alle Maschinen ohne Stecker bei Praktiker
è Verschiedene Zahlungsmittel im Taxi (Kreditkarte, Girocard, Bargeld)
è Spätere Zahlungsziele bei Media Markt,“ heute kaufen, nächstes Jahr bezahlen“

Distributionspolitik:
Im Rahmen der Distributionspolitik wird entschieden, welchen weg das Produkt vom Hersteller zum Endverbrauch gehen soll. Dazu müssen einerseits die Absatzorgane und Absatzwege gewählt werden. Andererseits muss festgelegt werden, wie die Produkte transportiert und gelagert werden.
Auswahl der Absatzwege und –organe:
Der weg vom Herstelle kann über unterschiedliche Wege erfolgen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen direktem und indirektem Absatz. Während beim direktem Absatz die Produkte nur durch unternehmenseigene Organe direkt an den Verbraucher verkauft werden, werden beim indirektem Absatz zwischen Hersteller / Händler eingeschaltet.

Unternehmenseigene Absatzorgane:
-       -  Mitglieder der Geschäftsführung
-        - Handlungsreisende
-        -Verkaufsniederlassungen
-        - E-Commerce
-         -Telefonvertrieb
-Zwischen Hersteller / Händler:
-         -Groß- und Einzelhandel
-         -Handelsvertreter
-        - Handelsmakler

Beispiele:
è Werkverkauf bei Bahlsen
è Online Shop von Saturn
è Staubsauger – Vertreter

Kommunikationspolitik:
Sie beinhaltet die Konsumenten über das Produkt z informieren und sie zum Kauf zu überzeugen, denn nur so kann das Ziel, die Absätze und die Gewinne zu steigern, erreicht werden.

In diesem Zusammenhang gibt es ein Modell namens „AIDA“ :

A = Attention – Aufmerksamkeit erzeugen, diesen Punkt kann man durch gezielte Werbung erreichen, die auf die Zielgruppe der jeweiligen Sach- oder Dienstleistung zugeschnitten ist.

I = Interest – Interesse für bestimmte Produkte wecken.

D = Desire – Kaufwunsch hervorrufen, dieser Aspekt gelingt natürlich nur, wenn die Werbung ansprechend ist. Außerdem sollte die Kundenleistung zufriedenstellend sein. Wenn dies zutreffend ist wird der Kaufwunsch automatisch hervorgerufen.

A = Action – Kaufhandlung auslösen, dieser Aspekt ist selbstverständlich der wichtigste, da nur so der Umsatz gesteigert werden kann.

Weiterführend muss im Rahmen der Kommunikationspolitik auch der Begriff Corporate – Identity fallen, in dieser Politik wird eine einheitliches Unternehmensbild angestrebt. Durch ein klares und eigenständiges Unternehmensbild kann sich das Unternehmen deutlich von der Konkurrenz abgrenzen und sich im Wettbewerb profilieren und am Markt durchsetzen. Damit die Kommunikationspolitik ihr Ziel erreicht, ist es wichtig, dass sie mit den langfristigen Unternehmenszielen und der Unternehmensphilosophie im Einklang stehet und alle Maßnahmen eine Sinnvolle Einheit ergibt.

Beispiele:
è Unpersönliche Werbung durch: Flyer, Fernsehen, Radio, Facebook, Plakate….
è Persönliche Werbung durch: einen Vertreter im Autohaus


Donnerstag, 27. November 2014

Bahntarifkonflikt 2014 – Interessensvertretung oder Machtkampf?




Seit Mitte Oktober diesen Jahres haben es nun endgültig alle gemerkt und viele von uns zu spüren bekommen. Es geht um den Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn AG (DB AG) und den beiden Gewerkschaften EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft), sowie der GDL (Gewerkschaft der Lokführer). Viele Pendler, Zugfahrgäste oder Wirtschaftsunternehmen bekamen die Auswirkungen der vergangenen Streiks zu spüren und nicht zuletzt ohne Folgen. Zunächst erst einmal die Ausgangssituation.
Bis zum 30. Juni 2014 galten sogenannte Grundlagentarifverträge für die Mitarbeiter der DB AG. Diese verhinderten, dass für die verschiedenen Berufsgruppen unter dem Dach der DB AG unterschiedliche Tarifverträge galten. Nun sind diese jedoch ausgelaufen und es soll sich nun einiges ändern.
Neben Forderungen wie z.B. mehr Lohn, die Kürzung der Wochenarbeitszeit, Urlaubsanspruch, usw. geht es auch um die unterschiedlichen Interessensgebiete der Gewerkschaften. Zuvor vertrat die GDL ausschließlich die Lokführer und die EVG alle anderen DB AG Beschäftigten. Dabei war es nicht von Bedeutung, in welcher der beiden Gewerkschaften man Mitglied war, bzw. ob man überhaupt Mitglied war. Nun möchte jede Gewerkschaft ihre eigenen Mitglieder vertreten, was letztendlich dazu führen würde, dass für Beschäftigte der DB AG, die die gleiche Arbeit verrichten, unterschiedliche Tarifverträge gelten würden. Mittel- und langfristig würde das neben großer Ungerechtigkeit auch zu mehr Bürokratie führen.
Seit Sommer 2014 wird nun darum gerungen und bis heute wurde keine Einheit gefunden. Es geht aber neben den tarifvertraglichen Bestrebungen der Gewerkschaften auch um etwas anderes. Gerade die GDL, als die kleinere der beiden Gewerkschaften (ca. 34.000 Mitglieder), versucht an Einfluss zu gewinnen und  jetzt für das gesamte Zugpersonal zu verhandeln. Dabei konkurriert die GDL mit der EVG (ca. 209.000 Mitglieder). Die DB AG und die EVG sind sich in Tarifgesprächen schon etwas näher gekommen und sind sich darüber einig geworden, dass sie keine unterschiedlichen Tarifverträge für die gleiche Berufsgruppe wünschen.
Die GDL versucht seit Oktober ihre Forderungen durch den Streik durchzusetzen. Dabei hat sie den Vorteil, die Lokführer zu vertreten, die für den Zugbetrieb unerlässlich sind. Somit stehen die meisten Züge im Lokführerstreik still. Das hat große Auswirkungen für den Personen und Güterverkehr und bringt große Schäden für die Wirtschaft. Die Streiks der GDL haben sogar schon so weit geführt, dass die Bundesregierung daran arbeitet, Kleinstgewerkschaften die Arbeitsniederlegung schwieriger zu machen.
Mit der GDL tritt ihr Vorsitzender Claus Weselsky in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Er hat sich damals im großen Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL behauptet und konnte große Erfolge für die GDL erringen. Kurze Zeit später wurde er zum Vorsitzenden. Die Streiks der vergangenen Zeit jedoch, führten dazu, dass er unter große Kritik geriet. Ebenfalls durch seine öffentlichen Äußerungen und seinen aggressiven Führungsstil der Gewerkschaft. Durch die mehreren Streiks hintereinander sinkt auch das Verständnis für die Lokführer in der Bevölkerung. Selbst in der eigenen Gewerkschaft schwindet der Rückhalt und Weselsky-Vorgänger Schell schaltet sich nun ein und fordert den Rücktritt. 
Die DB AG hat bis heute der GDL mehrere Tarifangebote vorgelegt, die bis heute zu keinerlei Schlichtung, bzw. Annäherung geführt haben. Das Verhalten Weselskys zeigt klar und deutlich, dass neben den Forderungen für einen neuen Tarifvertrag, noch andere Absichten, wie z.B. Macht und Einfluss mit den Streiks der letzten Zeit  einhergehen. Daher sind wir der Meinung, dass durch die GDL-Politik ein Machtkampf auf Kosten der Fahrgäste und Unternehmen geführt wird.


Lisa-Marie Kaiser und Philipp Walter