Mittwoch, 23. November 2016

"Kinder" Schokolade- im wahrsten Sinne des Wortes

Unsere leckere Schokolade! Die meisten Menschen lieben sie, doch sie zu essen, ist nicht so harmlos wie wir vielleicht glauben - Vor allem nicht für die Kinder in Afrika.
Kinderarbeit ist Alltag in der Schokoladenproduktion. In Ghana und in der Elfenbeinküste müssen immernoch Millionen Kinder unter schwersten Bedingungen bis zu 15h am Tag arbeiten. Die Bundesrepublik importiert laut statistischem Bundesamt ca. 74% des Kakaorohstoffs aus diesen beiden Ländern.
Die Elfenbeinküste ist das Kakaoland Nummer 1.
Dort arbeiten nach Schätzungen von UNICEF über 200.000 Kindersklaven, die von Plantagenbesitzern gekauft, verschleppt, auf Plantagen eingesperrt und mit Gewalt zur Arbeit gezwungen werden. Die Kinder arbeiten für Hungerlöhne, hantieren mit Pestiziden und Macheten in glühender Hitze. Oftmals verletzen sie sich, aber können auf Grund des Geldmangels nicht im Krankenhaus behandelt werden.
Die großen Schokoladenhersteller wissen seit Jahren, dass Kinderarbeit stattfindet. Die großen Konzerne und die Regierung Ghanas und der Elfenbeinküste versprachen 2010 zumindest die schlimmste Art der Kinderarbeit zu bekämpfen. Bis 2020 soll diese "schlimmste" Form um 70% reduziert worden sein. Was mit der "schlimmsten" Form gemeint sein soll, weiß ich nicht. (wohlmöglich  die Kindersklaverei). Aber alleine der Fakt, dass Kinder den Rohstoff der Schokolade ernten, anstatt zur Schule zu gehen, ist schon schlimm genug.
Außerdem bezweifle ich, dass sich die Lage der Kinder in den letzten Jahren verbessert hätte. Ich denke, dass die großen Konzerne nur ihr Image aufpolieren möchten und nicht wirklich an der Bekämpfung dieses Problems interessiert sind.
Laut Studie der Tulane University soll sich die Lage sogar verschlechtert haben. Im Zeitraum 2013/14 arbeiteten in Ghana und in der Elfenbeinküste rund 2.26 Millionen Kinder im Alter von 5-17 Jahren. Im Zeitraum 2008/09 arbeiteten 443.000 Kinder weniger in der Kakaoproduktion. Demnach ist die Zahl der arbeitenden Kinder nicht gesunken sondern gestiegen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/schokolade-kinderarbeit-auf-kakaoplantagen-nimmt-zu-a-1046525.html

https://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/produkte/landwirtschaft/kakao/

http://www.zeit.de/2014/52/kinderarbeit-schokolade-suessigkeiten-kakaoplantage

Es gibt auch zahlreiche Reportagen von 3sat und ARD zu diesem Thema auf YouTube.

Freitag, 18. November 2016

Handarbeit nur Trend?


Bevor ich die Frage beantworten kann muss ich mir erst einmal die Frage stellen, warum ich mit circa 18 Jahre angefangen habe, mich mit Handarbeit zu beschäftigen?
Ich war schließlich 18 als der Trend zurück zur Handarbeiten in Deutschland begann. Würde ich es auch tun, wenn es nicht hip wäre?

Meine Mama hat schon immer Handarbeiten geliebt. Sie kann nähen, malen, sticken, stricken, hardangern, klöppeln… Ein Trend war sicher nicht dafür verantwortlich. Als sie nämlich nach Potsdam kam und neues Klöppelgarn brauchte, schaute sie die Verkäuferin im Handarbeitsladen an, als wäre sie von einem anderen Stern. also Trend war es in Potsdam definitiv nicht. Als ich sie fragte warum sie ihre Freizeit mit Handarbeiten gestaltet, sagte sie mir: um Ruhe zu finden und weil es Spaß macht.
Genau aus diesem Grund habe ich auch angefangen zu Nähen. Ich steckte gerade mitten im Abitur und Nähen gab mir Ruhe, Ablenkung und zusätzlich machte es auch noch Spaß.

Aber warum habe ich nicht früher angefangen mich mit Handarbeit zu beschäftigen?
Als ich 5 Jahre alt war bekam ich ein erstes Handarbeitsgerät. Es war das Strickliesel. Danach besaß ich einen Webrahmen. Ungeachtet liegen beide mittlerweile in einer Schublade meines Schrankes. Ich glaube ich habe sie seit meinem 8. Lebensjahr nicht mehr genutzt. Nur ab und zu hole ich sie raus um meinen Geschwistern zu zeigen, wie sie funktionieren.

Aber warum habe ich sie zwischen meinem 8.-18. Lebensjahr nicht mehr mit Handarbeiten beschäftigt?
Wenn ich mir meine gefertigten Projekte ansehen, huscht mir ein Lächeln übers Gesicht. Als kleines Mädchen war ich stolz auf meinen selbstgemachten Stricklieselwurm. Heute erkenne ich sie nur, weil meine Mam mir sagt, dass es der Wurm ist. Mit 8 begann ich zu vergleichen. Meine Mama’s Sachen waren viel ordentlicher, viel schöner… um zufrieden zu sein musste ich lange daran arbeiten. Dafür fehlte mir die Geduld, das Verständnis und auch das Können. Mit 18 sah dann aber alles etwas anders aus. Ich hatte plötzlich viel mehr Geduld, habe auch schwierige Projekte verstanden und richtig umgesetzt. Die Erfolgserlebnisse sind zu bestaunen und ich bin stolz drauf.

Nun meine Antwort:
Für mich war nicht der Trend verantwortlich mit der Handarbeit wieder zu beginnen. Ich bin nun 20 Jahre alt und nähe gern und viel, versuche mich auch am Klöppeln und arbeite gerne mit Papier. Mittlerweile ist es für mich Erholung nach der Uni, bei der ich sehr gut abschalten kann. Ich gehe zu jedem Stoffmarkt der in die Stadt kommt um mir für meine neuen Nähprojekte passende Stoffe zu suchen. Am Schönsten ist das Gefühl, wenn man sein Werk am Ende auch anziehen und zeigen kann. 
 
 
Wie sieht es aber mit anderen Handarbeiten aus?
In Deutschland stricken, häkeln oder nähen ca. 18,6 Millionen Menschen regelmäßig in ihrer Freizeit. Das ist ein Plus von 1,6 Millionen Menschen im Vergleich zu 2013 und die Tendenz steigt. Christoph Werner ist der Meinung "Selbermachen ist kein kurzzeitiger Trend, sondern zum Lifestyle geworden" und dieser Meinung schließe ich mich an. Immer mehr Menschen sehen den Vorteil an solchen Handarbeiten.
Der Lifestyle wird vor allem auch durch
Sendungen wie "Geschickt eingefädelt" mit Guido Maria Kretschmer oder die unzähligen DIY-Bücher gepuscht.
Und auch immer mehr Männer finden Gefallen am Stricken, Häkeln oder Nähen. Was wahrscheinlich an den Herren von "My Boschi" liegt, die vor rund zwei Jahren gezeigt haben, dass Häkeln auch etwas für Männer sein kann.
Handgemachte Dinge sind etwas ganz Besonderes und lassen sich nicht durch asiatische Fließbandarbeit ersetzten.

Quellen:


 

Donnerstag, 17. November 2016

Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht?




Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht?

Diesen Spruch haben glaube ich alle schon einmal gehört. 

Bei mir war es während einer Unterhaltung mit einem Freund, als die Frage aufkam was für ein Mensch er sei. Dabei kam heraus und er vertrat die Meinung ganz offen, dass er Egoist sei und dies auch gut sei. Damals war ich geschockt, denn ich hatte nie dieses Menschenbild von ihm. Warum sollte Egoismus denn gut sein? Er meinte sogar:
Du bist auch ein Egoist, wie fast alle in der Bevölkerung."

Nach dem ich mich nun in meinen letzten Blog mit Ökonomischen Denken und Neuroökonomie beschäftigt habe, kam die Frage auf, ob unser Verhalten egoistisch sei und ist Egoismus nun positiv oder negativ? Für mich hatte das Wort Egoist oder Egoismus immer eine negative Behaftung. 

Doch wie sieht es wirklich damit aus?

<Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins stellte in einem sehr populären Buch The Selfish Gene - Das egoistischeGen“ die These auf, das Egoismus schon bei den Genen anfängt und somit auch zum Teil zu unserer Entwicklung gehört. Es ist ein wesentlicher Faktor der Evolution. Denn schon bei der sexuellen Fortpflanzung treten Gene in den Wettstreit mit einander.

Selbst Primaten (unsere nahen Verwandten) verhalten sich nur sozial gegenüber ihrer Kleingruppe. Dies fand der Forscher Frans de Waal bei seinen Untersuchungen zur tierischen und menschlichen Entwicklung von Kultur, Moral und der Entstehung von Empathie und Altruismus heraus.

Doch wie wirkt sich dieses „Teils in den Genen liegende“ egoistische Verhalten auf die Wirtschaft aus? 

Hierzu möchte ich den Moralphilosophen Adam Smith (1776) zitieren: „Nicht vom Wohlwollen des Fleischers, Brauers oder Bäckers erwarten wir unsere Mahlzeit, sondern von der Bedachtnahme auf das eigene Interesse.“ Ferner führt er aus „das Eigeninteresse zu seinen Gunsten zu wecken, und ihnen über ein Tauschgeschäft klarzumachen, das die Hilfe auch für den anderen von Nutzen ist.“ Und dort greift dann das Gesetz des Marktes über Angebot und Nachfrage den Preis zu bilden.
Dies zeigt uns, dass unsere Wirtschaft eigentlich egoistisch aufgebaut ist, was ja nicht schlecht ist, denn sie lässt uns großen Freiraum für unsere Entscheidungen. Somit ist der Egoismus ein Teil vom ökonomischen Denken und Handeln.

Und selbst Mutter Teresa könnte laut Ökonom John Stuart Mill Egoistisch sein, denn seine These ist: „Menschen handeln immer, um ihr eigenes Vergnügen zu maximieren, aber zu ihrem Vergnügen kann es gehören, das Gemeinwohl zu steigern“

So hat sich mein Bild vom Egoistischem nach diesem Blog gewandelt und ich akzeptiere es als einen Teil von mir, der nicht unbedingt schlecht sein muss. Was nicht heißen soll, dass wir alle reine Egoisten sind. Denn auch wir haben altruistische Züge! 

Die Frage des Altruistischen im ökonomischen Denken und Handeln würde ich gerne in meinem nächsten Blog behandeln.



Martin Harm 


Quellen:
http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/egoismus/20168
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/der-egoist-rettet-die-welt-essay-ueber-eigennutz-13333640.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/erklaer-mir-die-welt-28-warum-ist-egoismus-gut-1381544-p2.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_egoistische_Gen
https://de.wikipedia.org/wiki/Frans_de_Waal
https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Smith 
http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/altruismus/2546
http://www.witzich.ch/pictures.php?view=detail2&id=1542

StartUp - Chance: Unternehmensgründer

StartUp
Chance: Unternehmensgründer

Eine Welt ohne StartUps ist mittlerweile unvorstellbar. Firmen wie Google, Amazon, Facebook, Twitter, eBay, PayPal usw. bestimmen unseren Alltag. Doch wie kommt es zu diesen Unternehmen ? Was steckt dahinter? Wie wird eine kleine Start-Up Idee zu einem riesigen Projekt?
Am Start von jeder Gründung eines StartUp Unternehmens steht eine geniale Idee. Eine Vorstellung von etwas neuem, einer Innovation, welche so in dieser Form nicht existiert. 
Doch nur mit einem Gedanken lässt sich das Projekt nicht umsetzen. Man steht nun Problemen wie der Finanzierung, der Entwicklung eines Geschäftsmodells oder eines Businessplans gegenüber. 
Viele Ideen scheitern bereits in ihrer Startphase am fehlenden Kapital. Ohne Geld ist es so gut wie unmöglich eine noch so gute Geschäftsidee auszuweiten. Jedoch gibt es immer mehr Möglichkeiten für StartUps ihr Startkapital zu erhöhen. Zum Einen gibt es die Möglichkeit des Venture Capital. Hierbei verkauft man Anteile seiner Firma an bestimmte Gesellschaften. Dafür bekommt das junge Unternehmen Kapital, um weiter zu wachsen und sich zu entwickeln. Eine weitere Option wäre außerdem das Prinzip des Business-Angels. Das Prinzip ist vergleichbar mit dem Venture Capital, jedoch kaufen hierbei Einzelpersonen die Anteile. Ein großer Vorteil beim Business-Angel Prinzip ist, dass diese Personen die StartUps meistens zusätzlich zum Kapital auch mit dem nötigen Branchenwissen versorgen. Die dritte Möglichkeit ist das Crowdfunding. Dabei spenden viele Internetuser dem Unternehmen verschiedene Summen an Geld und erhalten als Gegenleistung in Form von Rabatten, kleine Geschenke, Sonderangebote uvm.. Die Firma ist also sehr davon abhängig, Leute von ihrer Idee zu begeistern bzw. zu überzeugen. Wenn man diese Varianten vergleicht, denke ich, dass das Prinzip des Business-Angels am effektivsten für neu gegründete StartUp Projekte ist, während die Möglichkeit des Venture Capitals sich gerade für etwas etabliertere Unternehmen. Das Crowdfunding kann sehr effektiv sein, wenn man genug Spender findet. Ein Vorteil hierbei ist, dass man verhältnismäßig  wenig Gewinn abgeben muss. 
Es gibt also mehrere Möglichkeiten eine gute Idee in die Tat umzusetzen, jedoch kommen mehrere Probleme auf das junge Unternehmen zu. Es ist also nicht einfach, aber möglich, mit einem genialen Geistesblitz ein eigenes Unternehmen aufzubauen.  Im nächsten Blog möchte ich näher auf die Eigenschaften, Ziele und Produkte von StartUp Firmen eingehen. 

Quellen: 
http://www.business-on.de/definition-was-ist-ein-start-up-unternehmen-_id44793.html
http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/startup 

http://www.starting-up.de

Revival der "Postkutsche" in der Uckermark


Brandenburg steht klischeehaft für Bevölkerungsschwund und ländliche Gegenden. Insgesamt kein guter Markt für kleine Unternehmen, die handwerklich in der Mark Brandenburg tätig sind. Lange Transportwege und nur wenig Kundschaft direkt vor Ort in den Dörfern.
In der Uckermark gibt es jetzt eine sehr kreative und effiziente Lösung dieses Problems: Das Revival der "Postkutsche".
Wer jetzt an staubige Fahrten zwischen Städten im Wilden Westen und Banditenüberfälle mit viel Pistolengeballer denkt wird leider enttäuscht.Den Job der Postkutsche übernehmen hier die Buslinien der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft. Diese Busse fahren sowieso zwischen den Dörfern und den Ballungszentren in regelmäßigen Abständen für den Personenverkehr und nehmen als Modellprojekt der Kreisverwaltung kleine Lieferungen dörflicher Handwerksbetriebe mit auf Tour.
Produzenten und Einzelhändler sind begeistert und alle gewinnen bei diesem Versuch: Die Ware ist bis Mittag im Geschäft und das sogar bis nach Berlin herein. Und die Verkehrsgesellschaft bekommt einen kleinen Obulus für den Transport auf Strecken, die sowieso (mit leerem Kofferraum) gefahren werden. Und ganz nebenbei wird auch die Umwelt, durch Wegfall von extra Transporterfahrten, entlasstet.
Doch natürlich gibt es auch Dämpfer dieser Zusammenarbeit. Zum einen werden die Lieferungen nur von Bushaltestelle zu Bushaltestellen gewährleistet. Also müssen die Kisten die ersten und letzten Meter selbst transportiert werden und natürlich darf der Bus dabei nicht verpasst werden, sonst dreht die Lieferung eine Ehrenrunde. Auch verlängert sich die Haltezeit der Busse an den Ein- und Ausladehaltestellen um ein paar Minuten, da die Lieferungen sicher im Gepäckraum verstaut werden müssen. Auch ist die Kapazität der Nahverkehrsbusse natürlich nicht mit der eines LKW vergleichbar.
Somit ist diese Art des Transports nur für Unternehmen, die kleine Lieferungen im Gebiet des Busnetzes verteilen wollen und nichts für große Transportaufträge.
Die Beteiligten in der Uckermark sind auf jeden Fall begeistert über diese Möglichkeit der Distribution regionaler Waren auf einen flächengrößeren Markt. Aber ob dies als Vorbild für andere Landkreise in Brandenburg oder gar Deutschland dienen wird bleibt abzuwarten.





http://mediathek.rbb-online.de/tv/zibb/Kombibus-f%C3%BCr-Alle-und-Alles/rbb-Fernsehen/Video?documentId=38953232&topRessort=tv&bcastId=3822084

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/brandenburg/transport-auf-dem-land-in-der-uckermark-kommt-der-quark-mit-dem-bus-24824904