Donnerstag, 22. Oktober 2015

Ökonomisches Handeln: Zeit Blog

Hier findet man lauter interessante Artikel und Videos rund um das ökonomische Denken und Handeln!

 http://blog.zeit.de/schueler/2010/09/10/okonomisches-handeln/

Grüße

Mittwoch, 21. Oktober 2015

„Sammeln Sie Herzen?“



Man geht völlig unbeschwert in einen Laden, will einfach ein bisschen bummeln oder auch etwas ganz bestimmtes kaufen. Der Weg zur Kasse kann allerdings erstaunlich lang werden. Oft bemerkt man gar nicht, wie man im Museeumsschlendergang die überwältigende Vielfalt und Größe der Produktpalette bestaunt. Manchmal wird man dann sogar von Servicekräften in seinem Staunen noch unterstützt, indem einem immer mehr gezeigt bekommt. Sie nennen das auch ganz gerne “beraten“. Aber die Beratung des Personals ist ja nur eine Station auf der Odyssee durch den Laden. Ist mal grad keine Servicekraft da, die einem zum Staunen bringt, dann sind es ganz oft auch Angebote, die dazu verführen doch noch etwas in den Einkaufswagen zu legen. An der Kasse angekommen, stellt man schnell fest, dass mehr im Einkaufswagengelandet ist, als man eigentlich wollte. Doch damit ist das Einkaufserlebnis noch nicht zu Ende. Die Fragen „Haben Sie eine Kundenkarte?“ oder „Sammeln Sie Punkte?“ hat wohl jeder von uns schon gehört. Du hast noch keine? Nicht so schlimm, beantrage doch noch schnell eine! Du hast eine? Sehr gut! Hast du irgendwelche Gutscheine, die du einlösen kannst? Perfekt!  Jajaja.. ich glaub jeder von uns hat irgendwo Kundenkarten. Warum auch nicht, sie versprechen uns Vorteile. Genauso die Angebote zuvor und die Beratung durch das Servicepersonal. Der moderne Mensch ist wohl ein echter Sparfuchs. 

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter all diesen Phänomenen, die einem beim  Einkauf nicht selten begegnen? Warum sollte uns ein Unternehmen etwas schenken? Die Antwort darauf ist ganz einfach - sie heißt Kundenbindung. Doch was versteht man unter Kundenbindung überhaupt und warum gibt es das? Gablers Wirtschaftslexikon hat eine Definition für Kundenbindung, die beide Fragen recht treffend beantwortet: 

Die Kundenbindung kann über ganz verschiedene Wege realisiert werden. Dazu gehört die Kundenbindung über das Produkt, den Preis, den Service, den Vertrieb, die Werbung und die Bindung über die Kommunikation. 

Wenn wir ehrlich zu uns sind, haben wir uns noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, warum wir mit den oben genannten Situationen so vertraut sind. Doch Kundenbindung funktioniert. Denn einige Kundenbindungsmethoden nehmen wir nur all zu gern in Anspruch, wie zum Beispiel die Preisangebote oder die Produktvielfalt, andere weniger. 
Doch trotz allem ist die Kundenbindung ein fester Bestandteil des Einkaufens, sie fällt uns nur nicht immer bewusst auf.


Der Mensch muss jetzt Gassi gehen!

Der Mensch muss jetzt Gassi gehen! von John G. , Uni Potsdam

Es ist schon erstaunlich wie die Handyindustrie die Märkte erobert hat. Es ist zu beobachten den rasanten Anstieg derjenigen die in der U- Bahn, im Bus auf der Straße oder sogar schon beim Fahrrad fahren und Auto fahren ein Handy in der Hand halten  wie verrückt Nachrichten schreiben, wobei das Handy eigentlich ursprünglich zum telefonieren gedacht war.

Man bedenke, dass das Handy ein Produkt geworden ist, welches jetzt heutzutage mehrere Funktionen übernommen hat, wie fotografieren, Kurznachrichten schreiben oder sogar schon in weltweite Netz gehen kann und das mit ein paar Tasten und von überall unterwegs aus.

Ich beobachte immer mehr Menschen die schon ihr Handy dauend in der Hand halten müssen, ob es eine Art Sucht oder Zwangs-verhalten geworden ist. Der gesundheitliche Aspekt mit Handystrahlung wird beim Status quo außer acht gelassen, wobei schon vor 20 Jahre ausdrücklich vor solcher Strahlung gewarnt worden ist. Die ältere Generation schert sich nicht viel um das moderne Produkt namens Handy und die jüngere Generation, die noch in den Kindergarten oder in die Grundschule geht gucken sich die Verhaltensweisen der Handynutzer an und wollen jenes schon nachahmen.

Das Handy geht mit den Menschen Gassi. Wenn der Mensch mal muss ziehen sie gleich ihr Handy aus der Tasche und drücken wie verrückt auf ein paar Tasten somit wäre schon mal ein Geschäft erledigt und wenn der Mensch noch mal muss wird eben wieder an einer Ecke das Handy raus gezogen und das Geschäft darf wieder verrichtet werden. Die Manipulationsstrategie der Handyindustrie hat gefruchtet und so werden immer mehr Menschen in ihren Bann gezogen, ob bewusst oder aber auch unbewusst. Das wirtschaftliche Denken und Handeln hat somit seinen Erfolg bestätigt, weil eben auch die Verkaufszahlen der Handys für sich sprechen. Das man einen Teil Raubbau an Mutter Natur betreibt daran denke wenige, aber an die neuste und modernste App ranzukommen ist viel wichtiger geworden als das Stoppen des Klimawandels.

Es ist durch die Verbreitung des Handykonsums wieder ein riesiger Teufelskreis entstanden, denn wir Menschen nicht aufhalten können, weil wir selbst durch solche Errungenschaften zum Teufel geworden sind.

Also bloß keine Kritik an der Handynutzung äußern, sonst holen sie, die Menschen noch ihr Handy hervor und katapultieren mich womöglich noch auf den Mond, hoppla dort gibt es ja auch schon Handys, dann schießen sie mich nichtsdestotrotz auf den Mars, in eine handyfreie Zone.

Die Deutsche Post AG und ihre ''seltenen'' Preiserhöhungen.

Nicht selten kommt es vor, dass ein Unternehmen sich im Laufe der Zeit einem strukturellen und wirtschaftlichen Wandel unterzieht. Besonderes Beispiel hierfür ist derzeit die Deutsche Post AG, welche die Portopreise ab Anfang Januar 2016 von 62 Cent auf 70 Cent anheben will. Als Gründe werden die wachsenden Personalkosten, die immer größer werdende Auslandskonkurrenz und das Wegfallen von Aufträgen aufgrund des medialen Nachrichtenverkehrs angegeben. Doch ist diese Erhöhung zwingend notwendig und bestraft sie die derzeitige Kundschaft?

Das Logistikunternehmen Deutsche Post AG...

Die Deutsche Post AG ist das größte Logistikunternehmen Deutschlands mit über 490.000 Mitarbeitern weltweit. Weiterhin ist es Bestandteil des deutschen Leitindexes DAX und weist einen Umsatz von mehr als 50 Mrd. Euro auf. Das Unternehmen wächst und das auf Kosten der Arbeitnehmer und Endverbraucher.

Das Unternehmen erzielt Gewinne im In- und Ausland und der Verbraucher soll nun ab 2016 eine weitere Preiserhöhung billigend in Kauf nehmen? Bereits zum 4. mal binnen weniger Jahre werden die Portoversandkosten angehoben und profitiert hat davon lediglich die Deutsche Post AG, welche ihren Umsatz stetig erhöht. Als Grund wurden, wie oben bereits erwähnt, die wachsenden Personalkosten und der Druck des digitalen Nachrichtenverkehrs angegeben. Auf den ersten Blick mag diese Aussage den Tatsachen entsprechen. So will die Deutsche Post AG bis zum Jahre 2025 20.000 neue Mitarbeiter einstellen. Weiterhin ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Briefverkehr schrittweise zurückgeht, da viele Nachrichten per Telefon, Handy oder über den PC ausgetauscht werden.

Ist doch okay, dass die Deutsche Post AG deshalb den Portoversandpreis ein 4. Mal hebt oder? Meine klare Meinung....Falsch! Die 20.000 neuen Mitarbeiter die bis zum Jahre 2025 eingestellt werden sollen, werden nach den Tarifen der Logistikbranche bezahlt. Diese liegen weitaus niedriger als die Tarife des Unternehmens an sich. Weiterhin kann es nur kontraproduktiv sein, dass ein Unternehmen denen die Leute ''wegschwimmen oder weglaufen'' den Preis von Jahr zu Jahr anhebt. Der digitale Druck wird so nur umso mehr gesteigert und die Verbraucher hinterfragen sich nun: ,,Lohnt es sich noch einen Brief zu schreiben oder sollte ich lieber schnell eine Mail rüberschicken?''. Die Problematik der Preiserhöhung ist weiterhin, dass die Deutsche Post AG auf ihre Art wirtschaftlich handelt und das dieses Unternehmen in der Zukunft kaum wegzudenken ist. Offizielle Schreiben, Bewerbungen, Urlaubskarten....können gelegentlich bereits online eingereicht werden, aber in der breiten Masse müssen diese dann dennoch den Weg über die Post nehmen.

Abschließend....

Um auf die Frage vom Beginn zurückzukommen, ob diese Preiserhöhung zwingend notwendig war und ob diese den Verbraucher bestrafft sage ich klar ja. Doch aus wirtschaftlicher Sicht ist der Schritt zum Teil nachvollziehbar, aber vielleicht auch ein Schritt in die falsche Richtung. Ich persönlich glaube, dass der Gewinn der Deutschen Post AG in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Briefe und die Post als Logistikunternehmen sind aus unserer Gesellschaft vorerst nicht wegzudenken. Dennoch sehe ich die Notwendigkeit einer weiteren Erhöhung nicht. Für mich sieht es so aus, als wolle das Unternehmen den Gewinn solange wie möglich maximieren, denn meiner Meinung nach kommt irgendwann der Zeitpunkt in dem die Post komplett abgelöst wird. Ein Urteil, dass nur meiner Meinung entspricht und infolge dieses Bloggs kann ich nur jedem Leser empfehlen sich ein eigenes Urteil über den Sachverhalt zu bilden.

Von Sascha Thomas

Quellen: 
1. http://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2015/deutsche_post_dhl_group_konzernergebnisse_q1_2015.html(21.10.2015 16:00 Uhr)
2. http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-10/deutsche-post-briefporto-standardbrief-erhoehung(21.10.2015 16:00 Uhr)
3. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/deutsche-post-viele-neue-jobs-aber-schlechtere-bezahlung/11268736.html(21.10.2015 16:00 Uhr)

Samstag, 31. Januar 2015

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherung. Aber ich kann 'ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen

 
 

Bereiten Deutschlands Schulen auf das "echte Leben" vor oder dreht sich alles nur ums "akademische Handwerkszeug" ?

 
 
 


Die 17 - jährige Naina aus Köln fühlt sich nicht auf das "richtige" Leben vorbereitet. Der Tweet von der Schülerin löste kontroverse Diskussionen darüber aus, ob unser deutsches Schulsystem nicht optimiert werden müsse. Manche sagen, was das Leben selbst lehrt, müsse ausreichen, andere sagen, dass Fächer wie Hauswirtschaft erneuert werden und eine größere Rolle spielen sollten.

WAT kann Aushilfe schaffen .. !

Die Schülerin besucht ein Gymnasium und bestreitet zeitnah Ihre Abiturprüfungen. Es stimmt, das Fächer wie WAT an Gymnasien zumeist keinen Platz finden, da Gymnasien oftmals die Trennung von Bildung und Ausbildung betonen. Das Abitur ist die Voraussetzung für die Hochschule.
WAT bzw. Arbeitslehre wird in Deutschland zumeist an Sekundarschulen oder als Wahlpflichtfach unterrichtet. Das Fach bietet jedoch genau das, was Naina gern erfahren hätte, bevor sie ihr Abitur abschließt, um sich auf das spätere Leben vorbereitet zu fühlen. Vom 7. Bis zum 10. Schuljahr lernt der WAT Schüler z.B. Sachen über "Sparen, Vorsorgen, Versichern" oder "Haushaltsmanagement".
Ein weiterer Inhalt heißt "Von der Entscheidung bis zum Einstieg in die Ausbildung". An sich beinhaltet das Fach also alles, was Nainas Herz begehrt. Natürlich ist hier trotzdem "Learning by Doing" an der Tagesordnung, denn die Schule und das Fach WAT sind nicht dafür verantwortlich, den Schülern das Leben auf eigenen Beinen beizubringen, es liefert eine Vorstellung von diesem. Allerdings steht so niemand vor der großen Überraschung, wenn er zum ersten Mal das Wort Hausratversicherung oder Provision hört.

Warum versichern wir uns ?

Man fällt im Winter, bricht sich im schlimmsten Fall etwas. Nun braucht es einen Krankentransport, Schmerzmittel, behandelnde Ärzte, einen Krankenhausaufenthalt, eventuell eine teure Operation. Schnell kommen Kosten zusammen, die kein Ottonormalverdiener soeben aus der Portokasse bezahlen kann. Dieses Beispiel lässt sich auf alle Bereiche des Lebens ausweiten, ob Autounfall oder plötzlicher Pflegefall. Hier treten unsere Versicherungen in Kraft. Für diese Absicherung zahlt man temporär Geld an die Versicherung. Selbst könnte man die Kosten nicht tragen, aber man zahlt verhältnismäßig wenig ein, wie funktioniert das ? Die Versicherungen funktionieren nach dem Prinzip des Kollektivs. Sie haben viele Klienten, die Geld bezahlen, um im Schadensfall abgesichert zu sein. Aber nicht jedem Klienten passiert immer etwas, für das die Versicherung greifen muss. Daher bildet sich eine Art Fond. Wichtig dafür ist, dass die Versicherungsfälle nach ihrer Wahrscheinlichkeit kalkulierbar sind. Hausbrand, die die Versicherung übernimmt, sind nicht so wahrscheinlich, aber die meisten sind dagegen versichert, womit sich der Fond füllt. Im unwahrscheinlichen Fall ist die Versicherung so in der Lage, den Versicherungsnehmer zu entlasten, quasi kann er sich hier beim Kollektiv bedanken.
Grob unterteilen kann man Versicherungen in biometrische ( Pflegeversicherung, Lebensversicherung etc.), Kostenrisiken (Krankenversicherung, Rechtsschutz etc. ), Schadensrisiken ( Hausratversicherung etc. ) und Haftungsrisikien.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Angebot & Nachfrage – Der tägliche Konkurrenzkampf von Unternehmen


Wie wird eigentlich der Preis von Produkten, welche wir täglich kaufen und nutzen, bestimmt? Wie entsteht und hält sich ein Markt bzw. der Wettbewerb? Welche Marktformen gibt es? All diese Fragen wollen wir in unserem heutigen Blog beantworten.
Was ist ein Markt und wie ist dieser eigentlich aufgebaut?
Um dies zu erklären, stellen wir uns jetzt einfach vor, dass der Markt aus verschiedenen einzelnen Teilen besteht. Diese Teile werden wir euch jetzt näher erläutern.
Ein Markt besteht aus Angebot und Nachfrage, wenn diese beiden im Gleichgewicht zu einander stehen, entsteht das sogenannte Marktgleichgewicht, welches eine wichtige Rolle spielt. Dieses Gleichgewicht kommt zu Stande, wenn die Menge des Angebotes auch gleich der Nachfragemenge entspricht, die sogenannte Gleichgewichtsmenge. Die Nachfrage, ist die Menge an Gütern, die die Käufer bzw. Konsumenten für einen bestimmten Preis kaufen möchten. Das Angebot steht für die Erzeuger/Verkäufer, die bereit sind ein Gut zu einem bestimmten Preis zu produzieren und diese dann den Käufern anzubieten. Wenn immer mehr Leute ein Gut z.B. eine elektrische Zahnbürste kaufen  wollen, wird sich der Preis der nachgefragten Zahnbürsten erhöhen. Ursachen einer höheren Nachfrage können ganz unterschiedliche Gründe haben, z.B. Neue Mode, höheres Einkommen oder andere Lebenszustände. Mögliche Folgen nach einer Preiserhöhung könnten andere Anbieter sein, die ihr jetziges Angebot vergrößern wollen und genau dieselbe Ware wie die anderen anbieten. Diese Güter bieten sie für den selbem Preis wie die anderen an, da es sich für die Anbieter nun lohnt die Ware in ihren Bestand aufzunehmen. In diesem Fall, entsteht ein neues Marktgleichgewicht, für dieses Produkt, sowie ein neuer Gleichgewichtspreis.
Wenn es ein Überangebot eines Gutes gibt, müssen die Anbieter den Preis senken um die Ware verkaufen zu können, was sich auf die Käufer positiv auswirkt, da sie die Ware günstiger erwerben können.
Desweiteren, kann man den Markt in drei verschiedene Formen unterteilen. An erster Stelle steht der Monopol, dieser besteht aus einem alleinigen Anbieter und der Nachfrage. Der Anbieter, kann den Preis für seine Ware selbst festlegen, jedoch dies nur bis zu einer bestimmten Grenze, da sonst die Nachfrage nach dem Produkt sinkt und die Käufer kostengünstigere Alternativen aufsuchen. Die zweite wichtige Marktform ist das Oligopol, in welcher es mehr Nachfrager als Anbieter gibt. Wenn ein Anbieter im Preis runter geht, müssen die Konkurrenten mitziehen, was zur Folge haben kann das die Unternehmen in finanzielle Engpässe geraten  können. Im schlimmsten Fall komm es zu einem Monopolmarkt. Diese Marktform ist positiv für den Verkäufer.
Die dritte und häufigste auftretende Marktform ist der Polypol. Durch die ständige Wechselwirkung zwischen Angebot und Nachfrage wird beim Polypol der Preis der Ware gebildet. Im Idealfall entsteht der zuvor beschriebene Gleichgewichtspreis.
Durch herrschende Marktformen entsteht ein Wettbewerb unter den einzelnen Unternehmen, die  sich täglich ändern kann. Wettbewerbe finden in unserem Alltäglichen Leben statt, egal ob im Supermarkt, bei Flugairlines, Tankstellen oder in Restaurants. 


Von Janina Magnus, Vanessa Schmidt und Laura Mantei 

http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/vwl/angebot-und-nachfrage.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Oligopol


Donnerstag, 22. Januar 2015

Tschüss Kapitalismus, oder?

Tschüss Kapitalismus, oder?
Vom Haben zum Teilen

von Steffen Mayer und Vanessa Wendel


Viele junge Menschen wollen heute nicht mehr kaufen. Tauschen, Leihen und Teilen ist im Trend. Doch was verbirgt sich hinter dem Mythos der Sharing Economy?


Das Prinzip der Sharing Economy ist einfach: mehr nutzen, weniger besitzen. Es geht nicht mehr um Eigentum, sondern um den Zugang zu Dingen oder Dienstleistungen. Keine teure Taxifahrt mehr bezahlen, dafür sich über Uber eine Art privaten Fahrer suchen, keine Ferienwohnung mehr bezahlen, sondern sich ein Sofa über Couchsurfing für ein paar Nächte leihen. Und wer schnell eine Bohrmaschine braucht kann über Zilok.com schnell einen Eigentümer finden, der diese verleiht. In manchen Städten der USA kann man sich inzwischen sogar einen Hund für ein paar Stunden mieten. Die Ökonomie des Teilens hat inzwischen alle Lebensbereiche erfasst.


Betrachtet man die gesamte Lebensdauer einer Ressource, wird sie natürlich auch dann „geteilt“, wenn sie nicht nur temporär – wie bei Vermietung oder Leihe, sondern dauerhaft ein Besitzübergang stattfindet. Der klassische Flohmarkt oder eBay kann in diesem Sinne als der bekannteste Online-Sharing Dienste verstanden werden.


Übersicht der verschiedenen online sharing-Konzepte

Abgrenzung des Begriffs Sharing Economy
Die Sharing economy umfasst also viele Bereiche und die unterschiedlichen Konzepte und ihre Definitionen sind an ihren Grenzen fließend. Von „Sharing“ im Sinne der Sharing Economy kann man sprechen, wenn zwei oder mehr Personen ein Produkt nutzen und der Besitzer auch unter den Nutzern ist. Diese Bedingung würde jedoch alle professionellen Anbieter ausschließen.


Rachel Botsman und Roo Rogers unterscheiden in ihrem Buch „What’s Mine Is Yours – The Rise of Collaborative Consumption” (2010), welches als das Manifest der Sharing Economy gilt, zwischen Product Service Systems (Call-a-Bike), Redistribution Markets (eBay, quoka) und Collaborative Lifestyles (airbnb, mitfahrgelegenheit).


Die Botschafter der Bewegung vergleichen die aktuellen Entwicklungen mit vergangen Epochen - vor allem den 1970er Jahren, in denen vielfach in den USA vom gemeinsamen Nutzen geträumt wurde, auch als Antwort auf das kapitalistische System. Eine Kultur der Gemeinschaft war das Ziel, ob als Konsument oder Anbieter. Damals setzte sich die Idee nicht durch. Was ist heute anders?




Um zu teilen muss man besitzen
Wenn man die Szene der neuen ökonomischen Bewegung genauer betrachtet, muss man feststellen, dass sie nicht zu viel mit den Siebzigern gemeinsam hat. Es sind aktuell junge Menschen für die die Vernetzung durch Internet zum Alltag gehört. Man teilt seine Fotos, Erlebnisse und sogar Freunde auf Facebook und Twitter. Zu dem Prinzip des Teilens gehört für die meisten jedoch nicht das Verzichten dazu, sondern eher das Gegenteil: mehr besitzen, mehr erleben – es kommt zu einer Ausweitung des Konsumverhaltens. Hinzu kommt, dass man ohne Besitz nicht tauschen kann. Das heißt man muss entweder Dinge besitzen, die man verleihen oder vertauschen kann, oder man muss trotz allem zahlen.


Doch vielen Nutzern geht es auch um mehr. Eine Studie des Bundesumweltministeriums bestätigte, dass es unter den jungen Deutschen eine wachsende Sensibilität zum Thema Umweltschutz und nachhaltiger Wirtschaft gibt. Wir wollen nicht mehr in einer Wegwerfgesellschaft leben, sondern Alternativen haben.
Und wir wollen dies zeigen, wenn nicht sogar inszenieren.


Rachel Botsman schreibt: „The currency of the new collaborative economy is trust.“ Damit verweist sie auf soziale Netzwerke und die Präsentation aller Beteiligten innerhalb der sharing economy. Wer kein seriöses Profil vorweisen und/oder kein Vertrauen von anderen zugesprochen bekommt, wird innerhalb der community kein Erfolg haben. Weiter braucht die “Ökonomie des Teilens” vereinbarte Regeln.


Zwischenstand
Festzuhalten ist, dass Teilen kein neues Phänomen ist. Noch heute ist es für viele Menschen völlig normal sich in der Nachbarschaft den Rasenmäher oder die Bohrmaschine zu leihen. Verändert haben sich lediglich die Rahmenbedingungen. Wir können heute das Internet als Zugangsmöglichkeit zu einer endlos erscheinenden Nachbarschaft nutzen. Zugleich haben wir dadurch einen schnelleren Zugriff auf eine größere Auswahl an Gütern und Dienstleistungen bekommen. Das hat allerdings auch Veränderungen zur Folge, die bisher noch nicht feststehen und kontrovers in verschiedenste Richtungen geführt werden.. Die einfachen Gefälligkeiten aus Freundlichkeit oder aus Nachbarschaftsdienst, wie das Verleihen einer Bohrmaschine oder das Blumengiessen während des Urlaubs, wird möglicherweise zukünftig einen Preis bekommen und dieser dann auch in welcher Form auch immer, zurückgezahlt werden müssen. Kritiker der gemeinsamen Nutzung und des Teilens sehen dadurch einen Rückgang des Wohlstandes aufgrund mangelnder Nachfragemärkte. Während andere die Politik fordern neue Richtlinien dafür zu definieren, finden andere durch den gemeinsamen Konsum eine positive Bestätigung in ihren Lebenswirklichkeiten und einen Schritt die Welt zu verändern.   





Links:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/share-economy-uber-und-airbnb-deutsche-wollen-nicht-teilen-a-997502.html





http://www.cicero.de/salon/share-economy-der-schein-des-teilens/58528

http://future.arte.tv/de/sharing-economy

Unterrichtsmaterialien:

Übersicht über sämtliche deutschen Sharing-Konzepte und –Plattformen:
http://www.deutsche-startups.de/2013/07/02/sharing-economy-alle-konzepte/