Freitag, 6. Januar 2023
Start-Ups, unser Fazit
Mittwoch, 4. Januar 2023
Was bringt es Schülern, sich mit Unternehmensorganisation zu befassen?
Um sich grundlegend mit wirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, sollte man sich erst mal die Frage stellen, was ökonomisches Denken und Handeln ist.
Ökonomisches Denken und Handeln bedeutet, dass jede Entscheidung oder jeder Gedanke, der mit einem Unternehmen zu tun hat, das Unternehmen weiterbringen sollte. Hierbei wird vor allem der finanzielle Aspekt betrachtet und somit sichergestellt, dass ein Unternehmen ausschließlich wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen trifft.
In unserem Blog werden wir uns mit verschiedensten wirtschaftlichen Themen befassen und diskutieren, inwiefern es sinnvoll ist, diese in den Unterricht beziehungsweise in den Lehrplan aufzunehmen. Durch zum Beispiel coronabedingte Lernausfälle stellt sich hier auch die Frage, wie man Lehrpläne optimieren kann.
Was ist Unternehmensorganisation und wozu ist sie wichtig?
Um unternehmerisch erfolgreich sein zu können, ist auf eine gute Organisationsstruktur nicht zu verzichten. Hier definiert man die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens klar, um daraus schließend frühestmöglich Strukturen zu erschaffen. Ansonsten kann es zu ineffizienten Strukturen kommen. Außerdem ist es so möglich, bestehende Strukturen gut zu beobachten und möglicherweise anzupassen und zu optimieren.
Positiv an Organisationsstrukturen ist, dass der effiziente Aufgabenvollzug sichergestellt wird sowie Pfade für die Kommunikation geschaffen werden. Des Weiteren können Konflikte in geordnete Bahnen gelenkt werden und Handlungsspielräume lassen sich leichter und klarer definieren sowie begrenzen. Hier liegt also der Fokus auf Strukturen unter dem Leitprinzip „Structure follows Strategy“ (Alfred J. Chandler jr. 1962).
Die Unternehmensorganisation birgt aber auch Gefahren wie die Über- oder Unterorganisation. Im Falle der Überorganisation kommt es zur fehlenden Flexibilität, Einzelentscheidungen zu treffen, was wiederum die Innovation hemmt und somit auch Freiheiten nimmt. Bei einer Unterorganisation kommt es vermehrt zu Leerlaufzeiten, was beispielsweise Materialverschwendung mit sich bringen kann. Zusätzlich werden Informationen durch fehlende Kommunikation nicht oder nicht ausreichend weitergeleitet, was schlussendlich zu Chaos führt.
Es ist also wichtig, sich die Frage nach dem optimalen Ausmaß organisatorischer Regelungen zu stellen und immer individuell zu gucken, ob es eine Über- oder Unterorganisation gibt und dies dann gegebenenfalls anzupassen.
Inwiefern ist es also sinnvoll, Schülern den Aspekt der Unternehmensorganisation nahezubringen?
In der Schule kommt es häufig zu Gruppenarbeiten und SchülerInnen werden zum eigenständigen Arbeiten animiert. Hierbei kann es schnell zu Chaos kommen, wenn es keine genaue Aufgabenteilung gibt und keiner weiß, wofür wer zuständig ist. Hier kann es von Vorteil sein, wenn SchülerInnen die Strukturen der Unternehmensorganisation kennenlernen, um diese dann auf ihre Gruppenarbeiten zu übertragen und so leistungs- und zeiteffizient arbeiten zu können. Dies sollte dazu führen, dass Gruppenarbeiten und auch das eigenständige Arbeiten besser organisiert sind sowie einfacher, reibungsloser und schneller funktionieren.
Durch das Nahebringen und das Auseinandersetzen mit dem generellen Thema der Organisation fällt es den Lernenden häufig einfacher, ihren Alltag gut und sinnvoll zu strukturieren und dadurch den Schulalltag mit Freizeit und anderen möglichen Verpflichtungen zu vereinbaren. Auch das Verständnis für Abläufe in der Schulhierarchie würde damit vertieft werden, was die Kommunikation zwischen SchülerInnen und Lehrpersonal vereinfachen kann, da die SchülerInnen wissen würden, an wen sie sich bei welcher Problemfrage wenden können.
Wie könnte Unternehmensorganisation in der Zukunft aussehen?
In Zukunft könnte sich das Konzept Holacracy durchsetzen, bei dem sich verschiedene Arbeitskreise bilden, welche mit verschiedenen Schwerpunkten und Rollen ausgestattet werden. Hier übernehmen Mitarbeiter mehr Verantwortung und können sich so mit niedrigeren Hierarchien in die Unternehmensstruktur einbringen.
Dieses Konzept weist viele Vorteile auf, wie die Möglichkeit, bei Problemen schnell reagieren zu können und die extrem hohe Transparenz zwischen Mitarbeitern und Führungspositionen. Aber auch negative Aspekte müssen betrachtet werden. So ist es zum Beispiel sehr komplex und umfangreich, zur Holacracy umzusteigen und es wird sich auf die hohe intrinsische Motivation der Mitarbeiter, also den inneren Antrieb verlassen.
Aufgrund dieser Aspekte kann es zwar etwas dauern, aber in Zukunft könnte der Großteil aller Unternehmen mit diesem Konzept arbeiten, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu maximieren.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass es schon ein interessantes und auch wichtiges Thema ist, man sich hier im schulischen Rahmen aber auf die absoluten Basics beschränken kann. So wird es zwar vermittelt, aber es bleibt trotzdem genug Spielraum für aktuellere Themen.
Quellen
- Schreyögg/Koch: Grundlagen des Managements. Basiswissen für Studium und Praxis, Springer Gabler 2014, S. 204 ff.
- https://www.holacracy.org/
- https://www.roedl.de/themen/sanierungsbrief/2015-06/struktur-strategie
- https://www.wcg.de/unternehmensorganisation-aufbau-und-ablauforganisation/
- https://www.wiwiss.fu-berlin.de/fachbereich/ehrenpromotionen/gutenberg.html
Weiterführender interessanter Artikel:
Donnerstag, 15. Dezember 2022
Migration in der deutschen Start-Up-Szene: Innovation durch Diversität?
Viele Jungunternehmer*innen aus der Start-Up-Szene zieht es nach Europa – Deutschland ist ein wichtiger Standort für Gründer*innen aus dem Ausland und profitiert wirtschaftlich von ihnen. Doch viele gut ausgebildete Migrant*innen werden bei der Gründung ihrer Unternehmen vor Probleme gestellt – obwohl nun eine Studie zeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen Innovation und Diversität besteht.
In Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine
vielfältige Start-Up-Szene entwickelt. Nicht nur die Unternehmen fallen mit
verschiedenen Erfindungen und innovativen Online-Plattformen auf, auch ihre
Gründer*innen haben oft einen diversen kulturellen Hintergrund. 20 % der Start-Up-Gründer*innen
in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Davon sind 59 % der migrantischen
Gründer*innen im Ausland geboren und in der ersten Generation nach Deutschland
eingewandert, wie der Migrant Founders Monitor berichtet. Zudem bringen im Ausland geborene
Gründer*innen eine sehr hohe Qualifikation mit. 91 % der im Ausland
geborenen Gründer*innen verfügen über einen akademischen Abschluss. Demnach
sind Gründer*innen mit Migrationshintergrund deutlich besser ausgebildet als durchschnittliche
Gründer*innen.
Viele Vorteile migrantischer
Gründer*innen
Neben einer hervorragenden Ausbildung besitzen Gründer*innen
mit Migrationshintergrund laut des Migrant Founders Monitor den notwendigen Unternehmergeist,
um ein Startup erfolgreich zu führen. Dazu gehören insbesondere Fähigkeiten und
Kompetenzen wie das nötige Wissen über internationale Märkte aber auch die
verschiedenen Sprachkenntnisse, die Gründer*innen mit Migrationshintergrund haben.
Auch die Bereitschaft Risiken einzugehen, sowie die Fähigkeit zu träumen und
schöpferisch zu denken, sind entscheidende Komponenten, um als Unternehmen zu
wachsen und sich als Start-Up zu entwickeln.
Deutschland als geeigneter
Gründungsstandort für Unternehmer*innen
Deutschland spielt hierbei eine entscheidende Rolle als
Zuzugsort und rückt zunehmend in den Fokus für Gründer*innen aus der ganzen
Welt. Insbesondere Berlin steht hierbei als zentraler Standort im Fokus. Die
Herkunftsländer der Gründer*innen verteilen sich breit über die ganze Welt,
jedoch ist ein Schwerpunkt bei den Nachbarländern sowie bei typischen
Herkunftsländern wie Frankreich und der Türkei zu erkennen. Aber auch Länder wie
Indien und Russland wurden bei den Befragten des Migrant Founders Monitor mehrfach erwähnt.
Der gebürtige Inder Narem Shaam entschied sich im
Jahre 2012 nach Berlin zu ziehen, um die Reiseplattform Omio zu gründen, welche
mittlerweile auf einen Gesamtwert von mehr als einer Milliarde Euro geschätzt
wird. Berlin überzeugte ihn damals mit dem vielversprechenden
Startup-Ökosystem. Speziell die zentrale Lage in Europa sowie die Vielzahl an
internationalen technisch versierten Fachkräften ließ seine Wahl auf Berlin fallen.
Zudem beeindruckte ihn auch der bezahlbare sowie hohe Lebensstandard. In Verbindung
mit der guten Infrastruktur erschien ihm Berlin als idealer Ort zur Gründung
seines Start-Ups.
Erfolgreiche Unternehmen mit so hohem Wachstum und enormen
Umsätzen sind entscheidend, um Deutschland als internationalen
Gründungsstandort zu festigen und somit zahlreiche sowie zukunfsfähige
Arbeitsplätze zu schaffen. Tao Tao, Gründer der
Online-Tourismusplattform GetYourGuide sagt dazu: „Werte und talentierte Köpfe sind die einzig
nachhaltigen Ressourcen Europas. Um dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken
ist die Förderung qualifizierter Zuwanderung alternativlos.“ Als Einwanderer
und Gründer eines Unternehmens, das von Talenten aus aller Welt angetrieben werde,
spreche er aus eigener Erfahrung: Der Standort Europa könne nur dann nachhaltig
erfolgreich sein, wenn junge Talente ihre Zukunft in Europa sehen, so Tao Tao. Gründer*innen
mit Migrationshintergrund sind also maßgeblich daran beteiligt, die Zukunft Deutschlands
entscheidend zu prägen – und das nicht nur gesellschaftlich, sondern vor allem in
ökonomischer Hinsicht.
Viele Herausforderungen für
Gründer*innen mit Migrationshintergrund
Die Studie des Migrant Founders Monitor zeigt eindeutig einen engen
Zusammenhang zwischen Innovation und Diversität. Die erfolgreiche Gründung
eines Unternehmens ist also von wirtschaftlicher und besonders
gesellschaftlicher Offenheit abhängig.
Paradebespiel für den Zusammenhang von Innovation und
Diversität sind die Mitgründer*innen der Mainzer Impfstofffirma Biontech UgurSahin und Özlem Türeci. Als türkischstämmiges Paar entwickelten sie in
nicht einmal einem Jahr den ersten zugelassenen mRNA-Impfstoff gegen das
Coronavirus und sorgten so für zahlreiche Schlagzeilen zum Thema Migration und
Innovation.
Desto erschreckender ist es, dass Gründer*innen mit
Migrationshintergrund eine Vielzahl an Erschwernissen in ihrem Alltag erleben
müssen. Insbesondere bei der Finanzierung ihrer Unternehmen werden
Problematiken sichtbar. In der Studie wird deutlich, dass Gründer*innen mit
Migrationshintergrund deutlich weniger finanzielle Unterstützung als andere Gründer*innen
erfahren.
Zudem stellen sprachliche sowie bürokratische Herausforderungen
die Gründer*innen mit Migrationshintergrund vor Probleme. Beispielsweise beim
Beantragen einer Arbeitserlaubnis, eines Visums, einer Meldeerlaubnis oder
Eintragung als GmbH. Die Formulare sind alle auf Deutsch, was oft eine große Herausforderung
für Gründer*innen der ersten eingewanderten Generation darstellt und zu
sprachlichen Missverständnissen führt.
Eine weitere zentrale Hürde ist das oft fehlende Netzwerk
von migrantischen Gründer*innen. Es wird deutlich, wie wichtig insbesondere das
gezielte Schaffen eines Netzwerks von innovativen und ambitionierten
Gründer*innen mit Migrationshintergrund ist, um die Attraktivität Deutschlands
als Startup-Standort zu etablieren und ihnen den Einstieg in die Arbeitswelt
deutlich zu erleichtern.
Um diesen Problematiken entgegenzuwirken fordert Karl-Heinz
Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung: „Migrant Founders sollten bei der
Vernetzung, etwa mit Wissenschaftseinrichtungen, mehr Unterstützung erhalten“. Aber
auch der Abbau von bürokratischen Hürden, die Einführung mehrsprachiger
Formulare und mehr finanzielle Anreize könnten ein weiterer Schritt dahin sein,
Deutschland als Gründungsstandort für junge Unternehmer*innen mit
Migrationshintergrund attraktiver zu machen. Denn eine diverse Landschaft
innovativer Start-Up-Unternehmen kann den Standort wirtschaftlich entscheidend
voranbringen.
Quellen:
- mfm_2021.pdf (startupverband.de)
- Migrant Founders Monitor: Jeder 5. Gründer mit Migrationshintergrund (munich-startup.de)
- Start-ups in Deutschland: Jeder fünfte Gründer hat Migrationshintergrund | tagesschau.de
- Master_Positionspapier_Sozialer_Hintergrund (bmwk.de)
- Migranten spielen eine wichtige Rolle in der deutschen Gründerszene. - Wirtschaft - SZ.de (sueddeutsche.de)
- Startups & Migration: Wie Einwanderer die deutsche Gründerszene prägen - Business Insider
- Migrant Founders Monitor 2022 - IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim
- https://https://www.businessinsider.de/wirtschaft/startups/in-deutschland-zum-gruenderstar-wie-einwanderer-die-startup-szene-praegen/
- Dai, K. (2021). Gründungen durch Akademikerinnen und Akademiker mit Migrationshintergrund (Doctoral dissertation, Universität Potsdam).
- Schaland, A. J. (2012, March). Selbstständige Migrantinnen und Migranten in deutschen Städten. In Urbanisierung und internationale Migration (pp. 31-45). Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG.
- Schmid, K., Mandl, I., Dorr, A., Staudenmayer, B., & Haberfellner, R. (2007). Entrepreneurship von Personen mit Migrationshintergrund (No. 97). AMS info.
Donnerstag, 8. Dezember 2022
Das erfolgreichste Start-Up der letzten Jahre
Wer bin ich?
"If you start me up,
If you start me up, I'll never stop."
Ja, dieses Zitat der Rolling Stones scheint sehr gut auf mich zuzutreffen. Denn seitdem ich gestartet bin, mache ich den Anschein immer größer zu werden und niemals zu stoppen. Aus dem Alltag vieler junger Menschen bin ich sowieso nicht mehr wegzudenken.
Doch wer bin ich? Eine simple Frage, zu simpel, um sie mit wenigen Worten beantworten zu können. Dem Thema entsprechend habe ich vermutlich was mit Start-ups zu tun. Bin ich ein Unternehmen? Ja, natürlich, aber nicht irgendein Unternehmen, sondern wahrscheinlich das Unternehmen, bei dem alle Frank Thelen dieser Erde sauer werden, wenn sie sich fragen: ,Warum bin ich nicht darauf gekommen?'. Dabei bin ich so simpel.
Meine Gründer, ehemalige Stanford-Studenten und aktuellen Inhaber brauchten dabei keine lange Orientierungsphase (Preseed), denn es war ein Kommilitone, der im Jahre 2010 mit der Idee von sich selbst zerstörenden Fotos aufkam. In der Planungsphase (Seed) wurde entschieden, dass ich eine Corporation werden soll, eine Rechtsform, die man hier in Deutschland mit einer GmbH vergleichen kann. "Picaboo", das war mein erster Name nach der offiziellen Gründung, welcher nach Uneinigkeiten der 3 Gründer und dem letztendlichen rausschmiss des Ideengebers, in meinen heutigen geläufigsten Namen umgeändert wurde.
Da stand ich nun, neu, einfach verständlich und innovativ, ein Messenger, wie eigentlich jeder Andere auch. Vermeintlich. Denn was mich von anderen Social-Media Giganten wie Facebook oder Instagram unterschied und auch noch heute unterscheidet ist meine Schnelllebigkeit. Eine Schnelllebigkeit, die seine Zeit brauchte, um entdeckt zu werden. Doch nach einem Jahr und einem Investment von 485.000$ wurde mein potenzial wahrgenommen. Die User machten Fotos, versendeten sie an ihre Freunde und warteten gespannt auf eine Antwort. Wurde mit einem Foto geantwortet, so konnte man dieses ansehen, sich ein paar Sekunden darüber freuen und dabei zusehen, wie es sich von ganz alleine für immer löschte. Ein Konzept, das nach einem Jahr über 500.000 Menschen begeisterte und sogar die Aufmerksamkeit vom Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf sich zog. Sowohl die Beteiligung, als auch meine Übernahme wurden von meinen Inhabern ausgeschlagen, weil ich zu viel Potenzial hatte, als das man mich wie andere Start-Ups an den Meistbietenden verkaufen würde.
Mein Erfolg sollte Ihnen Recht geben, denn in meiner Aufbau (1st Stage)- und Wachstumsphase (2nd Stage) stiegen meine Userzahlen bis 2014 auf 46 Millionen Menschen an. Ein Erfolg, der weitere Investoren benötigte, aber auch Akquisitionen von kleineren Unternehmen möglich machte.
Doch es war nicht die Idee alleine, die mich so erfolgreich machte. Neben einer Prise Glück war es vor allem das richtige Timing, das ausschlaggebend war. Der im Jahr 2007 von Steve Jobs ausgelöste Smartphone-Boom fand Anfang der 2010er-Jahre Einzug in den Alltag der Menschen. Das Handy wurde zu DEM unverzichtbaren Medium des einfachen Bürgers und die sozialen Netzwerke eroberten den Kommunikationsmarkt in kürzester Zeit. Ich erfand den Markt also nicht neu, sondern fügte mich lediglich perfekt ein. Natürlich musste ich mich auch mit der Zeit anpassen. Neue Features, überarbeitete Designs, verbesserte Funktionen. Dennoch blieben manche Sachen gleich. Der ikonische Hundefilter oder auch der weiße Geist auf gelben Grund. Viele, vor allem jüngere Menschen wissen spätestens jetzt wer ich bin.
Meine Gründer sind Evan Spiegel (der damals jüngste Millionär der Welt) und Bobby Murphy (der damals jüngste Milliardär der Welt).
Ich bin heute mit über 363 Mio. Usern eine der größten Social-Media-Plattformen der Welt.
Ich bin die Antwort auf die Frage, welches das erfolgreichste Start-Up-Unternehmen der letzten Jahre ist.
Ich bin Snapchat.
Quellen:
https://internetinnovators.com/de/post-de/die-erfolgsstory-von-snapchat/#:~:text=Die%20Anf%C3%A4nge,wenig%20sp%C3%A4ter%20von%20selbst%20zerst%C3%B6ren
https://www.einstein1.net/startup-phasen/
https://frank.io/de/vita/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/553714/umfrage/anzahl-der-taeglich-aktiven-snapchat-nutzer-nach-regionen/
https://www.businessinsider.de/tech/20-jahre-smartphone-der-taschen-computer-der-die-welt-veraenderte-2016-8/
https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/SNAP-INC-34091150/fundamentals/
Donnerstag, 1. Dezember 2022
Startups - Hat man überhaupt eine Chance auf Erfolg?
Liebe Leserinnen und Leser,
Herr Dr. rer. pol. Apelojg hat uns im Rahmen des BWL Seminars folgende Frage gestellt: "Was ist ökonomisches Denken und Handeln?" Ich stelle mir unter ökonomischen Denken und Handel vor zu wissen, wie man in der Wirtschaft bestehen kann. Das heißt unter anderem mit Geld umgehen zu können, aber auch resistent gegenüber Einflussfaktoren zu sein.
In diesem Blogeintrag beschäftigen wir uns mit Startups und ob diese überhaupt Chancen auf Erfolg haben.
Startups - Hat man überhaupt eine Chance auf Erfolg?
Bevor man sich mit dieser Frage beschäftigt, sollten wir folgende Frage klären:
Was sind Startups überhaupt?
„To start up“ bedeutet übersetzt soviel wie „gründen“. Ein Startup beschreibt dementsprechend ein neu gegründetes Unternehmen. Diese Definition schließt jedoch auch andere Unternehmensgründungen ein, wie zum Beispiel die Eröffnung eines Restaurants, eines Friseursalons oder eines Bekleidungsgeschäfts. (1)
Warum stoßen Startupunternehmen auf Probleme?
Viele junge Unternehmer unterschätzen die Arbeit, die hinter einer Gründung eines Startups steht. Wer ein eigenes Unternehmen aufbauen möchte, muss ein klares Ziel vor Augen haben, andere inspirieren, sowie von der eigenen Idee überzeugen können und sein Wissen auf dem Gebiet ständig erweitern, um immer einen Schritt voraus zu sein. Markttrends und neue Innovationen sollten schnell erkannt und aufgegriffen werden.
Startups scheitern aus verschiedenen Gründen. Zum Beispiel aufgrund von Problemen mit der Unternehmenskultur, der mangelnden Eignung eines Produktes oder der Nachfrage in spezifischen Branchen oder Regionen. Wenn Gründer schlecht organisiert oder zu wichtigen Meetings nicht gut vorbereitet sind, können ihnen ihre Aufgaben schnell über den Kopf wachsen.
Es kann aber auch dazu kommen, dass die Gründer bei zu schnell wachsenden Startups zu schnell von ihrem Erfolg überzeugt sind und Marktveränderungen nicht mehr im Blick haben. Das kann dazu führen, dass sich ändernde Kundengewohnheiten, modernere Technologien, neue Wettbewerber oder weitere Trends ignoriert werden. (2)
Welche Probleme treten auf?
90% der Startup Unternehmen scheitern, 10% davon schon in ihrem ersten Jahr. Am häufigsten stolpern sie über folgende Probleme:
Mangelnde Nachfrage - Nur weil ein Unternehmen ein Problem für wichtig und interessant hält, heißt das noch lange nicht, dass es eine Nachfrage für seine Lösung gibt. Betroffen sind häufig Unternehmer, die ganz alleine arbeiten oder ausschließlich Freunde und Familienangehörige bitten, ihre Produkte zu bewerten und zu kaufen.
Keine Ressourcen - Startups haben nur begrenzte Mittel zur Verfügung, um ein Team aufzubauen. Die finanziellen Mittel sollten für Aktivitäten eingesetzt werden, die die höchste Kapitalrendite abwerfen. So werden Ressourcen, die in Startup Unternehmen ohnehin knapp sind, sparsam verwendet und das Team ist gezwungen, nur Funktionen und Services zu entwickeln, von denen Kunden profitieren.
Mangel an qualifizierten Mitarbeitern - Ein gutes Team sollte aus Personen bestehen, die für die Idee brennen. Es sollte nicht nur aus Gründern, sondern darüber hinaus auch aus Investoren, Beratern und Partnern bestehen. Eine solche Gruppe an begeisterten Menschen zu finden, ist häufig nicht so einfach.
Die Konkurrenz ist zu stark - Konkurrenz bildet das Fundament des Kapitalismus und trägt dazu bei, dass Preise für Kunden reduziert werden und sich die besten Produkte durchsetzen. Ohne klares Unterscheidungsmerkmal fällt es Startup Unternehmen schwer, ein Wachstum zu erzielen, weil die Kundenakquise-Kosten zu hoch sind, um langfristig bestehen zu können. Laut einer Studie von CB Insights ist das der Grund für 20% der Startup Pleiten. (3)
Fehlerhaftes Preismodell - Kenntnisse über die richtige Preisgestaltung können gerade beim Eintritt in einen neuen Markt ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens sein. Der Preis sollte nicht zu niedrig sein, da das Produkt sonst als weniger wertvoll wahrgenommen wird. Gleichzeitig sollte der Preis aber niedrig genug sein, damit die Kunden das Produkt kaufen können, ohne sich finanziell zu übernehmen.
Nicht genug Marktforschung - Viele Startups vernachlässigen die Ausgaben für Marktforschung bzw. haben sie sie zu niedrig priorisiert. Gute Markforschung bringt viele Vorteile mit sich, da der Einsatz von Ressourcen besser geplant werden kann und durch die erworbenen Marktkenntnisse ein guter Überblick über die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden möglich ist. Mithilfe von Recherchen und einer zielgerichteten Einbindung von Kunden kann häufig ein besseres Produkt entwickelt werden. Durch die Kundeneinbindung kann der Gebrauchswert eines Produktes häufig deutlich gesteigert werden.
Marketing kommt nicht an - Startups scheitern am Marketing, wenn sie Markforschungsergebnisse falsch interpretieren, in Funktionen investieren, die niemand braucht und in ihren Marketingmitteilungen die falschen Schwerpunkte setzen.
Timing stimmt nicht - Laut dem Ted Talk Redner Bill Gross ist das Timing die wichtigste Ursache für den Erfolg oder Misserfolg von Startups. (4)
Unternehmensname ist irrelevant - Kunden sollten eine Parallele zwischen dem Namen, dem Produkt und den Werten des Unternehmens ziehen können. Im schlimmsten Fall hinterlässt er sogar einen schlechten Eindruck.
Fazit
Startups, Corporate Ventures und etablierte Unternehmen können von den Fehlern anderer Unternehmen lernen. Es wird immer ein Risiko bleiben, ein Startup zu gründen. Wenn alle oben genannten Fehler vermieden werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Unternehmen Erfolg haben wird.
Quellen:
(1) https://www.deutsche-startups.de/2015/04/22/was-ist-eigentlich-ein-startup/
(2) https://www.lead-innovation.com/insights/blog/gr%C3%BCnde-startups-scheitern
(3) https://www.cbinsights.com/research/startup-failure-reasons-top/
(4) https://www.ted.com/talks/bill_gross_the_single_biggest_reason_why_start_ups_succeed?language=en